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Kapitel 5. Verwaltungsführung, Organisation und Finanzen

Author(s):
International Monetary Fund
Published Date:
October 2007
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Die mittelfristige Strategie des Fonds fordert eine Reihe von Reformen in der Verwaltungs- und Geschäftsführung des IWF. Dazu gehören die Anpassung der Quoten an die wirkliche Bedeutung der Mitglieder in der Weltwirtschaft, die Stärkung von Kommunikation und Transparenz, die Einbettung der in der mittelfristigen Strategie aufgeführten Prioritäten in einen leistungsorientierten mittelfristigen Haushaltsrahmen, weitere Schritte, um den IWF in eine kostenwirksamere und effizientere Institution zu verwandeln, sowie ein neues Einkommensmodell, das den IWF langfristig auf eine solide finanzielle Grundlage stellt. Im Geschäftsjahr 2007 wurden in all diesen Bereichen beträchtliche Fortschritte erzielt.

Quoten- und Stimmrechtsreform

Die Mittel für die Kreditvergabe des IWF stammen zum großen Teil aus seinen Quotenmitteln, d. h. den Beträgen, die die Länder einzahlen, wenn sie dem IWF beitreten.56 Die Kapitalanteile der einzelnen Mitglieder stützen sich grundsätzlich auf die relative Größe ihrer Volkswirtschaft und sie bestimmen den Betrag, den die Länder vom IWF ausleihen können, sowie ihre Stimmrechte. (Nach Maßgabe des IWF-Übereinkommens erhält jedes Mitglied 250 Grundstimmen und eine zusätzliche Stimme für jeden Teil seiner Quote, der 100 000 SZR entspricht.) Obwohl die Quoten regelmäßig überprüft werden und nach Ermessen des Gouverneursrats erhöht werden können (Kasten 5.1), entspricht die Verteilung der Quoten und Stimmrechte im IWF nicht mehr dem relativen Gewicht der Länder in der Weltwirtschaft. Außerdem wurde der Anteil der Grundstimmen an den Gesamtstimmen der Mitglieder durch Quotenaufstockungen verringert: Lagen sie bis Mitte der siebziger Jahre bei mehr als zehn Prozent, so sind sie in den letzten Jahren auf etwa zwei Prozent gesunken.

In seinem Kommunikee vom 22. April 2006 ließ der Internationale Währungs- und Finanzausschuss (IMFC) verlauten, dass eine grundlegende Reform der Quoten und Stimmrechte im Fonds erforderlich ist. Er rief den Geschäftsführenden Direktor auf, in Zusammenarbeit mit dem IMFC und dem Exekutivdirektorium bis zur Jahrestagung von IWF und Weltbank im September 2006 konkrete Vorschläge zur Verbesserung der Quoten- und Stimmrechtsverteilung zu unterbreiten. Damit sollen die Änderungen im Gewicht und in der Rolle der Länder in der Weltwirtschaft widergespiegelt werden und gleichzeitig soll sichergestellt werden, dass die einkommensschwachen Länder eine Stimme im Entscheidungs prozess des IWF haben.

Darauf folgte ein intensives Arbeitsprogramm, das die Geschäftsführung und den Stab des IWF, Konsultationen mit einem breiten Spektrum der Mitglieder sowie Diskussionen im Exekutivdirektorium umfasste. Am 31. August 2006 einigte sich das Exekutivdirektorium auf ein weit reichendes Programm von Quoten- und Stimmrechtsreformen und empfahl dem Gouverneursrat, eine Entschließung zu verabschieden, die einen Zweijahreszeitraum für die Umsetzung dieser Reformen vorsieht. Der Geschäftsführende Direktor übermittelte den Gouverneuren diesen Vorschlag am 14. September 2006 und der Gouverneursrat verabschiedete die Entschließung am 18. September 2006.57

In seinem Bericht an den Gouverneursrat betonte das Exekutivdirektorium die beiden Hauptziele der Quoten- und Stimmrechtsreformen: (1) beträchtliche Fortschritte bei der Anpassung der Quotenanteile an das wirtschaftliche Gewicht in der Weltwirtschaft und flexiblere Festlegung der Quoten und Stimmrechte im Fonds, sodass sie in Zukunft besser an Veränderungen in der Weltwirtschaft angepasst werden können, sowie (2) stärkere Beteiligung und Mitspracherechte für die einkommensschwachen Länder, deren Gewicht in der Weltwirtschaft zwar gering ist, für die der IWF jedoch eine wichtige Beratungs- und Finanzierungsrolle spielt.

Die Entschließung sah eine erste Runde von Ad-hoc-Quotenerhöhungen für vier Länder vor, die eindeutig unterrepräsentiert waren – China, Korea, Mexiko und die Türkei –, sowie eine Reihe von grundlegenderen Reformen. Diese Maßnahmen sollten nach Möglichkeit bis zur Jahrestagung 2007 oder spätestens bis zur Jahrestagung 2008 umgesetzt werden. Die Reformen enthalten die folgenden Elemente: (1) eine Einigung über eine einfache und transparente neue Quotenformel, (2) eine zweite Runde von Ad-hoc-Quotenerhöhungen auf der Grundlage der neuen Formel, (3) die Verpflichtung sicherzustellen, dass sich die Quotenanteile in Einklang mit der Stellung der Länder in der Weltwirtschaft weiterentwickeln, (4) eine Erhöhung der Grundstimmen um wenigstens 100 Prozent, um den Stimmenanteil der Gruppe der einkommensschwachen Länder zu schützen, sowie Maßnahmen, die sicherstellen, dass der Anteil der Grundstimmen an allen Stimmen in der Zukunft konstant bleibt, und (5) eine Erhöhung der Verwaltungsausstattung für die Stimmgruppen mit den größten Wahlgruppen.58

Kasten 5.1Einleitung der Dreizehnten Allgemeinen Quotenüberprüfung

Der IWF führt normalerweise alle fünf Jahre eine allgemeine Überprüfung der Quoten der Mitglieder durch, um zu beurteilen, ob seine Mittelausstattung angemessen ist und um die Quoten der einzelnen Mitglieder an Änderungen ihrer relativen Position in der Weltwirtschaft anzupassen. Das Exekutivdirektorium schloss die Zwölfte Allgemeine Quoten überprüfung am 28. Januar 2003 ab, ohne Aufstockungen oder Anpassungen vorzuschlagen. Die Dreizehnte Allgemeine Quotenüberprüfung wurde im Januar 2007 eingeleitet und muss bis zum 28. Januar 2008 abgeschlossen werden. Die Kapitalanteile im IWF belaufen sich heute auf insgesamt 217,3 Mrd. SZR.

In seinem Kommunikee vom 17. September 2006 drängte der IMFC das Exekutivdirektorium, die einzelnen Elemente der Reform schnell und konstruktiv anzugehen, um ein Höchstmaß an Unterstützung zu erreichen. Er unterstrich außerdem die Bedeutung einer raschen Umsetzung und rief den Geschäftsführenden Direktor auf, bei seiner nächsten Sitzung einen Fortschrittsbericht vorzulegen.

Im Anschluss an die Jahrestagung 2006 nahm das Exekutivdirektorium die Arbeit an der zweiten Stufe der Reform auf. Im Januar 2007 führte es eine erste Aussprache über einen Vorschlag zur Änderung des IWF-Übereinkommens in Bezug auf die Grundstimmen. Die Direktoren ließen verlauten, dass die vorgeschlagene Änderung dem Antrag des Gouverneursrats Rechnung trägt, und sie bestätigten im Großen und Ganzen das vom IWF-Stab vorgeschlagene Regelwerk. Sie stellten fest, dass die konkrete Zahl der Erhöhung der Grundstimmen zu einem späteren Zeitpunkt erörtert und beschlossen werden sollte, wenn die Arbeit an der neuen Quotenformel weiter fortgeschritten ist. Sie leiteten ein umfassendes Arbeitsprogramm für eine neue Quotenformel ein, die als Basis für die zweite Runde von Quotenerhöhungen dienen soll. Das Programm umfasste Konsultationen mit den Mitgliedern sowie zwei informelle Aussprachen im Exekutivdirektorium vor der Frühjahrstagung 2007.

In seinem Kommunikee vom 14. April 2007 begrüßte der IMFC den breiten Konsens des Exekutivdirektoriums in Bezug auf den rechtlichen Rahmen, um eine Änderung des IWF-Übereinkommens hinsichtlich der Grundstimmen herbeizuführen. Er begrüßte außerdem die ersten Arbeiten an einer neuen Quotenformel, die, wie er betonte, einfach und transparent sein sollte. Es sei wichtig, dass die Formel die relative Position der Mitglieder in der Weltwirtschaft widerspiegelt und gleichzeitig das Mitspracherecht und die Teilnahme der einkommensschwachen Länder erhöht. Der IMFC rief das Exekutivdirektorium außerdem auf, der Arbeit am Reformpaket Priorität einzuräumen.

Kommunikation und Transparenz

Die Kommunikationsstrategie und Transparenzpolitik des IWF hat das Ziel, die Rechenschaftslegung gegenüber den betroffenen Parteien zu verbessern und einen Konsens über die Erfordernisse einer soliden Wirtschaftspolitik zu bilden. Das Exekutivdirektorium überprüft die Kommunikationsstrategie und Transparenzpolitik des IWF regelmäßig. Es leitet und unterstützt dadurch die diesbezüglichen Anstrengungen des IWF, die seit Mitte der 90er Jahre beträchtlich zugenommen haben.

Kommunikation

Die mittelfristige Strategie würdigt zwar, dass der IWF bei der Verbesserung von Transparenz und Kommunikation große Fortschritte erzielt hat, sie fordert jedoch eine Ausweitung der Informationsarbeit. Dabei wird betont, dass Änderungen in der Wirtschaftspolitik nicht nur Überzeugungsarbeit gegenüber den Regierungsbediensteten erfordern, sondern auch gegenüber der breiten Öffentlichkeit. Der IWF-Stab intensivierte im Geschäftsjahr 2007 seine Anstrengungen in diesem Bereich und legte dem Direktorium Anfang des Geschäftsjahres 2008 den Entwurf einer neuen Kommunikationsstrategie zu einer formellen Aussprache vor.

Informationsarbeit. Der IWF intensiviert seine Informationsarbeit gegenüber den betroffenen Parteien in den öffentlichen Stellen, er weitet sie jedoch auch auf andere Gruppen aus. Dazu gehören die Zivilgesellschaft, Parlamentarier sowie der Privatsektor. Mit der Informationsarbeit gegenüber diesen Gruppen sollen nicht nur die Positionen des IWF erläutert werden, sondern es soll auch Feedback gewonnen werden, das zu einer Verbesserung in der Geschäftstätigkeit des IWF führen kann. In mehreren Bereichen ist dies bereits erfolgt, z. B. bei der Straffung der Auflagen sowie bei der frühen Unterstützung des IWF für die Multilaterale Entschuldungsinitiative und der Teilnahme an der Initiative für Transparenz in der Rohstoffwirtschaft.

Als Teil seiner Informationsarbeit gegenüber der Zivilgesellschaft und Parlamentariern veröffentlicht der IWF seit einigen Jahren auf seiner Website ein Mitteilungsblatt für die Zivilgesellschaft (Civil Society Newsletter), und im Geschäftsjahr 2007 führte er eine Webseite für Parlamentarier ein, auf der diese aufgefordert werden, Kommentare und Fragen einzusenden.59 Im Dezember 2006 veranstalteten Bedienstete von IWF und Weltbank eine zweitägige Sitzung mit 55 Gewerkschaftsführern aus der ganzen Welt über die Gestaltung der Globalisierung und die Verbesserung von Beschäftigungschancen. Die Informationsveranstaltungen für Parlamentarier umfassten ein Seminar über makroökonomische Politik im Mai 2006 in der Kirgisischen Republik und die Teilnahme an zwei Konferenzen im März 2007 – eine zweitägige Konferenz in Washington für Parlamentarier aus der Karibik, Bedienstete der Interamerikanischen Entwicklungsbank (IDB) und des IWF sowie die Jahreskonferenz des Parlamentarischen Netzwerks der Weltbank, die in Kapstadt in Südafrika stattfand.60

Die Informationsarbeit gegenüber dem Privatsektor wurde im Geschäftsjahr 2007 fortgesetzt. Im Februar 2007 hielt der Geschäftsführende Direktor eine Rede auf der Latin American Business Association Conference, die an der Columbia University in New York abgehalten wurde, und er war Gast einer hochrangigen Konferenz über Investitionen in Mittelamerika, an der leitende Entscheidungsträger, wichtige internationale Investoren und führende Vertreter von Unternehmerverbänden aus Mittelamerika und der Dominikanischen Republik teilnahmen.61 Der IWF und die Weltbank unterstützten die Veranstaltung dieser Konferenz, die in Costa Rica stattfand.

Der IWF veranstaltet in letzter Zeit mehr Seminare und Konferenzen, um Regierungsvertreter und andere betroffene Parteien aus Ländern der gleichen Region zusammenzuführen und wichtige regionale wirtschaftspolitische Fragen zu erörtern. Im Dezember 2006 zum Beispiel organisierten der IWF und der Arabische Währungsfonds gemeinsam ein hochrangiges Seminar in Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten über Institutionen und Wirtschaftswachstum in den arabischen Ländern. Der IWF nahm außerdem an der fünften regionalen Jahreskonferenz über Mittelamerika, Panama und die Dominikanische Republik teil, die im Juni 2006 von der Zentralbank der Dominikanischen Republik in Punta Cana veranstaltet wurde.62 Der IWF und die Währungsbehörde von Singapur veranstalteten im Mai 2006 gemeinsam ihr zweites Seminar über regionale Finanzintegration (das erste Seminar fand im September 2005 statt) und im Juli 2006 luden der IWF und die Regierung von Singapur gemeinsam im Vorfeld der Jahrestagung 2006 Entscheidungsträger und Volkswirte aus der ganzen Welt zu einem hochrangigen Seminar über Krisenprävention in den aufstrebenden Ländern.63 Die japanische Bank für internationale Zusammenarbeit und der IWF veranstalteten im April 2007 gemeinsam eine Konferenz in Tokio über die wirtschaftspolitischen Optionen und Herausforderungen der Entwicklungsländer in Asien. Zu den Rednern und Teilnehmern gehörten Regierungsbedienstete und Wissenschaftler aus einkommensschwachen Ländern in Asien. Der IWF und Bruegel, eine Denkfabrik mit Sitz in Brüssel, veranstalteten im März 2007 gemeinsam eine zweitätige Konferenz mit dem Titel: „Putting Europe’s Money to Work: Financial Integration, Financial Development, and Growth in the European Union“. Daran nahmen Wissenschaftler, Entscheidungsträger und Praktiker aus Europa und der ganzen Welt teil.

Weitere Beispiele für die Informationsarbeit finden sich in den Kapiteln 2 und 4.

Andere Sprachen als Englisch. Der Bericht der Arbeitsgruppe für die Veröffentlichung von IWF-Dokumenten und Informationen in anderen Sprachen als Englisch empfahl die Übersetzung von Dokumenten, für die eine große Nachfrage besteht, in Sprachen, die in der Arbeit des IWF häufig benutzt werden. Im Anschluss daran wurde eine Arbeitsgruppe des IWF-Stabs mit der Maßgabe eingerichtet, dieses Thema weiter zu prüfen und konkrete Vorschläge zu unterbreiten. Die Ergebnisse der Arbeitsgruppe für die Veröffentlichung von IWF-Material in anderen Sprachen als Englisch wurden dem Exekutivdirektorium in einem informellen Informationsgespräch im April 2007 vorgelegt und der IWF ist dazu übergegangen, ausgewählte Dokumente – einschließlich Presseveröffentlichungen und WEO-Zusammenfassungen – systematischer in die relevanten Sprachen zu übersetzen und anschließend in seine Website einzustellen. Das Exekutivdirektorium hat außerdem beschlossen, den Jahresbericht 2007 in mehr Sprachen übersetzen zu lassen als dies in der Vergangenheit der Fall war, wobei Einsparungen bei den Produktionskosten für diesen Zweck eingesetzt werden.

Veröffentlichungen auf der Website des IWF. Während des Geschäftsjahres 2007 überprüfte eine abteilungsübergreifende Arbeitsgruppe die Effektivität des Publikationsprogramms des IWF.64 Bei der Überprüfung wurde zwar festgestellt, dass die grundlegenden Ziele des Programms – kostenwirksame Weitergabe der Forschungsergebnisse und Fachkenntnisse des IWF – gültig bleiben, es wurde jedoch auch auf Verbesserungsmöglichkeiten hingewiesen. Dabei wurden die folgenden Maßnahmen hervorgehoben: stärkere strategische Ausrichtung bei der Auswahl der Publikationen und der Präsentationsform (Druck, Internet oder beides), Verbesserung des Marketing (gegebenenfalls durch Partnerschaften mit gewerblichen Verlagen), deutlichere Internetpräsenz der Forschungspublikationen des Fonds, Einrichtung einer E-Commerce-Website, verstärkter Einsatz von Technologien wie Druck auf Abruf sowie differenzierte Preisgestaltung, sodass die Leser in Entwicklungsländern einen besseren Zugang zu den IWF-Publikationen haben.

Die Website des IWF ist für die Öffentlichkeit die wichtigste Informationsquelle über den IWF. Im Geschäftsjahr 2007 wurde die Website neu konzipiert, um die Kommunikation effektiver zu gestalten. Die Zeitschrift IMF Survey wird zunehmend als Web-Zeitschrift veröffentlicht und die Verbreitung von Informationen und Nachrichten erfolgt verstärkt über das Internet, um eine schnellere, häufigere und flexiblere Kommunikation zwischen dem IWF und den interessierten Parteien zu ermöglichen.

Einbindung der Medien. Die Mediensitzung der Abteilung für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, die seit Ende 1999 alle zwei Wochen stattfindet, war ursprünglich für die in Washington ansässigen Medien vorgesehen, hat sich inzwischen aber zu einem Webcast für Journalisten aus der ganzen Welt weiterentwickelt. Im Geschäftsjahr 2004 wurde das Online-Medieninformations zentrum, eine Multimedia-Website mit Kennwortschutz, eingerichtet. Es ermöglicht Journalisten, auf Dokumente zuzugreifen, die mit Sperrfrist versehen sind, an Pressesitzungen teilzunehmen und Informationen und Daten abzurufen, die auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind. Der IWF-Stab hat außerdem die Kontakte mit den Medien ausgeweitet.

Transparenzpolitik

Die Transparenzpolitik des IWF basiert auf einer Entscheidung des Exekutivdirektoriums vom Januar 2001, in der die Rechtsvermutung eingeführt wurde, dass Länderdokumente und Grundsatzpapiere sowie diesbezügliche Öffentliche Informationsmitteilungen (PINs) systematisch veröffentlicht werden, wobei die Veröffentlichung jedoch freiwillig bleibt. Die Entscheidung folgte auf Schritte, die seit 1994 unternommen worden waren, um die Transparenz des IWF zu erhöhen und Informationen über die Politikmaßnahmen der Mitglieder leichter verfügbar zu machen. Diese Schritte enthielten jedoch auch Maßnahmen, die ein Gleichgewicht zwischen Transparenz und Vertraulichkeit schaffen und dadurch sicherstellen, dass der Politikdialog des IWF mit den Mitgliedern offen bleibt. Die Mitglieder können die Streichung von Informationen beantragen, die noch kein Gemeingut darstellen und marktempfindliche Daten enthalten oder wirtschaftspolitische Absichten zu einem verfrühten Zeitpunkt ankündigen.

Im Anschluss an die Erörterung einer IWF-Stabsüberprüfung zur Transparenzpolitik im Geschäftsjahr 2006 riefen die Exekutivdirektoren den Stab auf, einen jährlich aktualisierten Bericht über die Umsetzung dieser Politik zu erarbeiten und in die Website des IWF einzustellen. Der zweite Jahresbericht über die Umsetzung der Transparenzpolitik wurde im Februar 2007 veröffentlicht und bietet Informationen zu Dokumenten, die das Direktorium vom 1. November 2005 bis zum 31. Oktober 2006 erörtert hat und die bis zum 31. Dezember 2006 veröffentlicht wurden. Die Informationen erfassen die Publikationsquote für die einzelnen Dokumentarten, die Zeitverzögerung zwischen der Diskussion der Dokumente im Exekutivdirektorium und ihrer Veröffentlichung, die Streichung von Informationen aus den Dokumenten sowie das Publikationsverhalten der Mitgliedsländer.65

Die Veröffentlichung von Berichten über die Artikel-IV-Konsultationen und den Einsatz von IWF-Mitteln ist im Geschäftsjahr 2007 das dritte Jahr in Folge gestiegen, und zwar von 82 Prozent aller Berichte im Jahr 2005 auf 85 Prozent im Jahr 2006. Die Zahl der Mitgliedsländer, die alle Berichte über ihre Artikel-IV-Konsultationen und den Einsatz von IWF-Mitteln veröffentlicht haben, stieg von 136 im Jahr 2005 auf 142 im Jahr 2006. Der Anteil der veröffentlichten Beurteilungen zur Stabilität des Finanzsystems (die Berichte werden im Rahmen des Programms zur Bewertung des Finanzsektors erstellt) stieg auf 82 Prozent und die Publikationsquote der Dokumente über die wirtschaftspolitischen Absichten von Ländern, die eine Vereinbarung mit dem IWF abschließen, sowie von PINs stieg auf 94 Prozent.66

Geschäftsführung und Organisation

Der IWF beurteilte im Geschäftsjahr 2007 sein Risikomanagement-Regelwerk, senkte seine Verwaltungsausgaben und straffte seine Verfahren. Dies wurde erreicht durch eine Konsolidierung oder Kürzung der Berichte, eine Änderung der Verfahren bei Angabe falscher Informationen und eine Verlängerung des Zeitraums zwischen den Grundsatzüberprüfungen. Er unternahm außerdem Schritte, um seine Effektivität zu erhöhen, indem er die Zusammenarbeit mit anderen internationalen und regionalen Gremien verbesserte (Kasten 5.2) und indem er die Empfehlungen des Unabhängigen Evaluierungsbüros (IEO) zur Geschäftspolitik des Fonds berücksichtigte (Kasten 5.3).

Wie der IWF geführt wird

Das höchste Entscheidungsgremium des IWF ist der Gouverneursrat, der von den Mitgliedsländern des IWF ernannt wird. Nach Maßgabe des IWF-Übereinkommens ist das Exekutivdirektorium für die Durchführung der Geschäftspolitik des Fonds verantwortlich und es übt zu diesem Zweck alle Entscheidungsbefugnisse aus, die ihm der Gouverneursrat übertragen hat. Das Exekutivdirektorium besteht aus 24 Exekutivdirektoren und ihren Stellvertretern, die von den Mitgliedsländern ernannt oder gewählt werden, und es führt die Tagesgeschäfte des Fonds in der Zentrale mit Sitz in Washington, D.C.67 Der Geschäftsführende Direktor des IWF führt den Vorsitz im Exekutivdirektorium.

Der Gouverneursrat besteht aus je einem Gouverneur und einem stellvertretenden Gouverneur der 185 Mitgliedsländer des IWF. Der Gouverneur ist in der Regel der Finanzminister oder der Präsident der Notenbank. Alle Gouverneure kommen einmal im Jahr anlässlich der Jahrestagung von IWF und Weltbank zusammen. Darüber hinaus gibt es zwei Gouverneursausschüsse, die die gesamte Mitgliedschaft vertreten. Der Internationale Währungs- und Finanzausschuss (IMFC) ist ein beratendes Organ und setzt sich aus 24 Gouverneuren des IWF (oder ihren Stellvertretern) zusammen, die die gleichen Länder oder Stimmgruppen (Ländergruppen) vertreten wie die 24 Exekutivdirektoren.

Der IMFC berät den Gouverneursrat und erteilt ihm Bericht in folgenden Bereichen: die Verantwortung des Gouverneursrats für die Aufsicht über die Steuerung und Anpassung des internationalen Währungs- und Finanzsystems und für die Überprüfung der Entwicklungen im Bereich der weltweiten Liquiditätslage und des Ressourcentransfers in Entwicklungsländer, Vorschläge des Exekutivdirektoriums zur Änderung des IWF-Übereinkommens sowie Störungen, die das System bedrohen. Der IMFC hat keine Entscheidungsbefugnisse. Er tagt normalerweise zweimal pro Jahr, im März oder April bei der Frühjahrstagung und im September oder Oktober bei der Jahrestagung.

Der Entwicklungsausschuss (der formale Titel lautet: gemeinsamer Ministerausschuss der Gouverneursräte von Weltbank und IWF für den Transfer realer Ressourcen an Entwicklungsländer) ist ein gemeinsames Organ von Weltbank und IWF. Er setzt sich aus 24 Gouverneuren der Weltbank und des IWF bzw. ihren Stellvertretern zusammen. Er berät die Gouverneursräte von IWF und Weltbank bei wichtigen Entwicklungsfragen und hinsichtlich der Finanzmittel, die zur Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung in den Entwicklungsländern benötigt werden. Er tagt ebenso wie der IMFC normalerweise zweimal pro Jahr.

Nach dem IWF-Übereinkommen ist das Exekutivdirektorium des IWF für die Wahl des Geschäftsführenden Direktors des Fonds verantwortlich. Jeder Exekutivdirektor kann unabhängig von der Nationalität oder der Position eine Nominierung vorlegen.68 Der Geschäftsführende Direktor wird für eine fünfjährige Amtszeit ernannt, die verlängert werden kann. Er ernennt in Übereinstimmung mit dem Exekutivdirektorium den Ersten Stellvertretenden Geschäftsführenden Direktor und zwei Stellvertretende Geschäftsführende Direktoren. Sie unterstützen die Geschäftsführung und einer von ihnen führt in Abwesenheit des Geschäftsführenden Direktors den Vorsitz im Direktorium. Der Geschäftsführende Direktor ist Chef des IWF-Mitarbeiterstabs und führt die Tagesgeschäfte des IWF unter der Leitung des Exekutivdirektoriums. Er ist letztendlich verantwortlich für alle Aspekte der Verwaltungsführung und Arbeitsabläufe der Institution sowie für ihre Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Die drei Stellvertretenden Geschäftsführenden Direktoren teilen die Verantwortung für die Beziehungen des IWF zu den einzelnen Mitgliedsländern, führen den Vorsitz in ausgewählten Direktoriumssitzungen und beaufsichtigen die Arbeit des Stabes in bestimmten Bereichen.

Kasten 5.2Zusammenarbeit mit zwischenstaatlichen, internationalen und regionalen Organisationen

Der IWF arbeitet seit langem mit zahlreichen internationalen und regionalen Organisationen zusammen. Die Zusammenarbeit des IWF mit der Weltbank ist besonders eng. Bereiche der Zusammenarbeit zwischen IWF und Weltbank umfassen das Programm zur Bewertung des Finanzsektors, die Entwicklung von Standards und Kodizes, den Prozess der Strategiedokumente zur Armutsbekämpfung, die HIPC-Initiative und die Multilaterale Entschuldungs initiative sowie Schuldentragfähigkeitsanalysen. Im März 2006 setzten der Geschäftsführende Direktor des IWF und der Präsident der Weltbank den Externen Sachverständigenausschuss zur Überprüfung der Zusammenarbeit zwischen Weltbank und IWF ein. Der Ausschuss konsultierte die Mitgliedsländer hinsichtlich der Art und Praxis der Zusammenarbeit zwischen Weltbank und IWF, die sich seit 1989 auf ein formelles Konkordat stützt. Der Ausschuss veröffentlichte seinen Bericht im Februar 2007.1

Der IWF arbeitet außerdem mit den regionalen multilateralen Banken zusammen – der Afrikanischen Entwicklungsbank, der Asiatischen Entwicklungsbank, der Interamerikanischen Entwicklungsbank und der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung –, unter anderem bei Delegationsreisen in die Länder und bei der technischen Hilfe, und er nimmt an den Sitzungen der Direktoren der regionalen multilateralen Banken teil. Die Interamerikanische Entwicklungsbank und der Afrikanische Entwicklungsfonds nehmen an der Multilateralen Entschuldungsinitiative teil.

Der IWF ist Mitglied im Forum für Finanzstabilität. In diesem Gremium tagen Regierungsbedienstete, die für Finanzstabilität in den führenden internationalen Finanzzentren zuständig sind, internationale Regulierungs- und Aufsichtsstellen sowie Ausschüsse von Zentralbankexperten. Er arbeitet außerdem mit Standards setzenden Gremien wie dem Basler Ausschuss für Bankenaufsicht und der Internationalen Vereinigung der Versicherungsaufsichtsbehörden zusammen. Im Jahr 2000 führte der damalige Geschäftsführende Direktor des IWF, Horst Köhler, die Beratungsgruppe für Kapitalmarktfragen ein, um ein Forum für einen informellen Dialog zwischen den Teilnehmern auf den internationalen Kapitalmärkten und dem IWF zu schaffen. Den Vorsitz dieser Gruppe führt der Geschäftsführende Direktor des IWF.

Die Zusammenarbeit des IWF mit den Vereinten Nationen und einer Reihe von VN-Sonderorganisationen erfolgt durch seinen Sondervertreter bei den Vereinten Nationen. Im Laufe des vergangenen Jahres lag der Schwerpunkt der Arbeit auf der Unterstützung der neuen Kommission der Vereinten Nationen für Friedenskonsolidierung. Der IWF unterstützt auch weiterhin den Prozess der Entwicklungsfinanzierung sowie die Tätigkeit des Wirtschafts- und Sozialrats (Economic and Social Council – ECOSOC) der Vereinten Nationen. Die Zusammenarbeit zwischen dem IWF und der WTO erfolgt formell und informell nach Maßgabe des Kooperationsabkommens von 1996. Der IWF hat Beobachterstatus bei WTO-Sitzungen und der IWF-Stab leistet Beiträge zur WTO-Arbeitsgruppe für Handel, Schulden und Finanzen sowie zum Ausschuss für Zahlungsbilanz-Beschränkungen. Der IWF-Stab ist außerdem vertreten im Integrierten Rahmenplan für handelsbezogene technische Hilfe und im Ausschuss für handelsbezogene Hilfe (siehe Kasten 3.3).

Der IWF-Stab pflegt außerdem Kontakte mit der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), der Europäischen Kommission, der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftlichen Zusammenarbeit (APEC) sowie mehreren regionalen Gruppen in Asien, darunter der Verband Südostasiatischer Nationen (ASEAN). Das ASEAN-Sekretariat, der IWF und die Regierung von Kambodscha veranstalteten im Juni 2006 gemeinsam ein hochrangiges Seminar zu der Frage, wie die Entwicklung von Kambodscha, der Demokratischen Volksrepublik Laos und Vietnams durch regionale Integration beschleunigt werden kann.2

Der IWF ist außerdem ein aktiver Teilnehmer an den Sitzungen und Aktivitäten der führenden zwischenstaatlichen Gruppen, darunter die Gruppe der Sieben (G7), die Gruppe der Acht (G8), die Gruppe der Zehn (G10), die Gruppe der Zwanzig (G20) sowie die Gruppe der Vierundzwanzig (G24). Die G10-Länder sind Teilnehmer der Allgemeinen Kreditvereinbarungen des IWF. Diese Vereinbarungen von 1962 können herangezogen werden, wenn die Einschätzung vorliegt, dass die Mittel des IWF zur Deckung des Mitgliederbedarfs nicht ausreichen.

1Siehe Presseveröffentlichung 07/32 „IMF Managing Director and World Bank President Paul Wolfowitz Welcome Report on Enhancing IMF–World Bank Cooperation” und den Bericht selbst. Beide finden sich auf der CD-ROM und auf der IWF-Website unterwww.imf.org/external/np/sec/pr/2007/pr0732.htm.2Siehe Presseveröffentlichung 06/145 unterwww.imf.org/external/np/sec/pr/2006/pr06145.htm.

Kasten 5.3Geschäftstätigkeit des IEO im Geschäftsjahr 2007

Das Unabhängige Evaluierungsbüro (IEO) wurde 2001 eingerichtet, um unabhängige und objektive Evaluierungen über die Geschäftspolitik und -tätigkeit des IWF durchzuführen und so die Transparenz und Rechenschaftslegung des IWF zu erhöhen und seine Lernkultur zu stärken. Nach dem Mandat ist das IEO vollkommen unabhängig von der Geschäftsführung des IWF und arbeitet rechtlich unabhängig gegenüber dem Exekutivdirektorium, dem es regelmäßig über seine Erkenntnisse berichtet. Das Direktorium beschloss im Januar 2007, bei der Umsetzung der vom Direktorium bestätigten IEO-Empfehlungen systematischer vorzugehen und die Kontrolle zu verschärfen.

Im Geschäftsjahr 2007 konzentrierte das IEO seine Arbeit auf den Abschluss von zwei Evaluierungen: die Evaluierung der Hilfe des IWF an Afrika südlich der Sahara unter dem Titel „The IMF and Aid to Sub-Saharan Africa” sowie die Evaluierung der IWF-Beratung in Bezug auf die Wechselkurspolitik unter dem Titel „The IMF’s Advice on Exchange Rate Policy“. Die erste Evaluierung wurde im März 2007 im Exekutivdirektorium erörtert (siehe Kapitel 3). Im Anschluss an die Direktoriumsaussprache präsentierte das IEO die Ergebnisse des Berichts auf mehreren internationalen Informationsveranstaltungen, beginnend mit einem Seminar der Afrikanischen Entwicklungsbank Ende März. Der Bericht wurde ins Französische und ins Portugiesische übersetzt. Die Evaluierung der IWF-Beratung in Bezug auf die Wechselkurspolitik wurde dem Exekutivdirektorium im März 2007 vorgelegt und zur Diskussion für Anfang des Geschäftsjahres 2008 angesetzt. Die Evaluierung prüft die Frage, ob die Rolle des IWF bei der Beratung hinsichtlich der Wechselkurspolitik eindeutig definiert ist und klar verstanden wird, und sie beurteilt die Qualität dieser Beratung und prüft die Qualität des Dialogs mit den Länderbehörden. Das IEO hob lobend hervor, dass die Qualität der Beratungstätigkeit des IWF für die Mitgliedsländer besser geworden ist, es verwies jedoch auch auf die Notwendigkeit, den Grundzweck der Wechselkurs-Überwachung durch den IWF zu bekräftigen und dadurch zu klären, welche Rolle vom IWF und den Mitgliedsländern erwartet wird. Die Evaluierung enthält außerdem detaillierte Empfehlungen zur Verbesserung des Managements und der Durchführung der Beratertätigkeit des IWF in Bezug auf die Wechselkurspolitik und der diesbezüglichen Interaktion mit den Mitgliedsländern (siehe Kapitel 2).

Die Arbeit an einer dritten Evaluierung zum Thema der strukturpolitischen Auflagen in IWF-gestützten Programmen unter dem Titel „Structural Conditionality in IMF-Supported Programs” dauerte im Geschäftsjahr 2007 noch an. Dieser Bericht wird voraussichtlich vor der Jahrestagung im Oktober 2007 abgeschlossen und dem Exekutivdirektorium vorgelegt.

Das Arbeitsprogramm des IEO wurde für die nächsten zwei Jahre um vier Themen erweitert: (1) die Verwaltungssteuerung und -kontrolle des IWF, einschließlich der Rolle des Direktoriums, (2) die Interaktion des IWF mit seinen Mitgliedsländern, (3) die Forschungsagenda des IWF sowie (4) die Vorgehensweise des IWF bei internationalen Handelsfragen.

Der Stab des IWF wird vom Geschäftsführenden Direktor ernannt und ist ausschließlich dem IWF verantwortlich. Am 30. April 2007 beschäftigte der IWF 2005 Fach- und Führungskräfte sowie 673 Stabsmitglieder auf anderen Ebenen. 82 Fach- und Führungskräfte waren Vor-Ort-Vertreter in den Regionen Afrika, Asien und Pazifik, Europa, Naher Osten sowie Lateinamerika und Karibik für insgesamt 92 Mitgliedsländer. Die Vor-Ort-Vertreter leisten aufgrund ihrer beruflichen Fachkenntnisse und ihrer Vertrautheit mit den lokalen Bedingungen einen Beitrag zur Formulierung der Politikberatung des IWF, sie überwachen die wirtschaftliche Entwicklung der Länder und koordinieren die technische Hilfe, und die Vor-Ort-Vertreter, die in einkommensschwachen Ländern stationiert sind, nehmen teil an den Diskussionen über Armutsbekämpfungsstrategien. Sie unterrichten den IWF und das Gastland auch über mögliche Zielverfehlungen in der Wirtschaftspolitik, bieten Programmunterstützung vor Ort und spielen eine aktive Rolle in der Informationsarbeit des IWF, indem sie mit den verschiedenen Regierungsstellen, Organisationen der Zivilgesellschaft, Gebern und sonstigen betroffenen Parteien zusammen arbeiten.

Das Regelwerk für das Personal-Management des Fonds trägt der Tatsache Rechnung, dass sich die bestmöglichen Praktiken ständig weiterentwickeln. Sie stehen in Einklang mit dem Auftrag der Institution und dem Ziel, die Qualität und Vielfalt des Stabs zu sichern. Laut IWF-Übereinkommen wird von den Mitarbeitern ein „Höchstmaß” an Leistungsfähigkeit und Sachkunde erwartet und bei der Ernennung des Stabes durch den Geschäftsführenden Direktor „ist gebührend darauf zu achten, dass die Personalauswahl auf möglichst breiter geographischer Grundlage erfolgt.” Außerdem genügen alle Mitarbeiter der Institution in ihrem Verhalten den höchsten ethischen Ansprüchen und entsprechen damit den Werten der Integrität, Objektivität und Diskretion, wie sie im Verhaltenskodex und den Geschäftsbestimmungen des IWF niedergelegt sind.

Das Exekutivdirektorium ist sich der Tatsache bewusst, dass die Mitglieder IWF-Mitarbeiter benötigen, die aufgrund ihrer Berufserfahrung und -ausbildung vielfältige wirtschaftspolitische Herausforderungen bewältigen können, mit denen die Länderbediensteten konfrontiert sind, und die eine Politikberatung bieten können, die für die jeweiligen Umstände der 185 Mitgliedsländer angemessen ist. Es legt deshalb großen Wert auf personelle Vielfalt und hat wiederholt dahingehende Verbesserungen gefordert. Der Fonds unternimmt deshalb alles in seinen Kräften Stehende um sicherzustellen, dass die personelle Vielfalt der Zusammensetzung seiner Mitgliedschaft entspricht, und er sucht aktiv Bewerber aus der ganzen Welt. Aufbauend auf der 1995 eingerichteten Stelle des Beraters für personelle Vielfalt setzte er vor kurzem einen Rat für personelle Vielfalt ein, um die entsprechenden Belange voranzubringen. Die Fortschritte werden überprüft und über Probleme wird in verschiedenen Formaten transparent auf der IWF-Website berichtet – unter anderem im Jahresbericht über personelle Vielfalt (Diversity Annual Report). Ende 2006 waren von den 185 Mitgliedsländern des IWF 142 im IWF-Stab vertreten. Die CD-ROM enthält Tabellen über die Aufteilung des IWF-Stabs nach Nationalität, Geschlecht sowie Entwicklungs- und Industrieländern (CD-Tabellen 5.1, 5.2 und 5.3) und eine Tabelle über die Gehaltsstruktur des Stabes (CD-Tabelle 5.4).

Tabelle 5.1Verwaltungshaushalte für die Geschäftsjahre 2005-081(Millionen US-Dollar)
GJ 2005

Tatsächliche

Ausgaben
GJ 2006

Tatsächliche

Ausgaben
GJ 2007

Haushalt
GJ 2007

Tatsächliche

Ausgaben
GJ 2008

Haushalt
Verwaltungsausgaben
Personalausgaben
Gehälter375,2392,6407,5404,1424,6
Sozialleistungen und andere259,5273,9292,7303,4298,5
Personalausgaben
Zwischensumme634,7666,5700,2707,5723,1
Sonstige Ausgaben
Reisen90,294,2102,0293,2100,5
Gebäude und sonstige Ausgaben167,3169,6177,9159,7170,2
Zwischensumme257,5263,8279,9258,3270,7
Bruttoausgaben892,2930,3980,2965,8993,8
Vergütungen(66,1)(56,0)(68,3)(68,5)(71,4)
Netto-Verwaltungsausgaben826,1874,4911,9897,2922,3
Hinweis: Abweichungen bei den Gesamtbeträgen gehen auf das Runden der Zahlen zurück.

Verwaltungshaushalte, die vom Direktorium für die am 30. April 2007 und 30. April 2008 ablaufenden Geschäftsjahre gebilligt wurden, gegenüber tatsächlich entstandenen Ausgaben für die jeweils am 30. April abgelaufenen Geschäftsjahre 2005, 2006 und 2007.

Enthält einen Betrag von 5,0 Mio. Dollar als Beitrag für die Kosten der Jahrestagung in Singapur.

Hinweis: Abweichungen bei den Gesamtbeträgen gehen auf das Runden der Zahlen zurück.

Verwaltungshaushalte, die vom Direktorium für die am 30. April 2007 und 30. April 2008 ablaufenden Geschäftsjahre gebilligt wurden, gegenüber tatsächlich entstandenen Ausgaben für die jeweils am 30. April abgelaufenen Geschäftsjahre 2005, 2006 und 2007.

Enthält einen Betrag von 5,0 Mio. Dollar als Beitrag für die Kosten der Jahrestagung in Singapur.

Tabelle 5.2Zahlungsrückstände gegenüber dem IWF von sechs Monaten oder länger, nach Art(Millionen SZR, per 30. April 2007)
Nach Art
InsgesamtAllgemeine

Abteilung

(inkl. SAF1)
SZR-

Abteilung
Treuhand-FondsPRGF-ESF
Liberia530,8472,128,130,60,0
Simbabwe84,70,00,00,084,7
Somalia233,4213,012,48,00,0
Sudan1 033,2953,40,079,80,0
Insgesamt1 882,11 638,540,5118,484,7
Quelle: IWF, Abteilung Finanzen.

Strukturanpassungsfazilität.

Quelle: IWF, Abteilung Finanzen.

Strukturanpassungsfazilität.

Die Liste der leitenden Mitarbeiter des IWF und das IWF-Organigramm finden sich auf den Seiten 76 und 77 dieses Berichts. Die Organisation des IWF und die Funktionen der verschiedenen Abteilungen werden im IMF Handbook beschrieben, das sich auf der CD-ROM befindet.

Verwaltungs- und Kapitalhaushalte

Der Verwaltungshaushalt stellt die Finanzmittel für Personal-und Reisekosten sowie für andere laufende Verwaltungsausgaben bereit, die dem IWF durch seine Dienstleistungen für die Mitgliedsländer und die internationale Gemeinschaft entstehen. Der Jahreshaushalt erfasst den Zeitraum vom 1. Mai bis zum 30. April, d. h. das Geschäftsjahr des IWF, und er wird im Exekutivdirektorium auf Nettobasis verabschiedet (definiert als Bruttoausgaben abzüglich Erstattungen).69 Das Exekutivdirektorium verabschiedet außerdem auf der Grundlage der oberen Schwankungsbreite der geschätzten Erstattungen einen Höchstbetrag für die Bruttoausgaben. Der Nettoverwaltungshaushalt des IWF wird aus seinem Betriebseinkommen finanziert, welches die Gebühren für die Verwendung von IWF-Mitteln umfasst, sowie aus Rücklagen.

Der Kapitalhaushalt des IWF stellt Finanzmittel für Investitionsprojekte bereit, mit denen im folgenden Geschäftsjahr begonnen wird. Die gebilligten Projekte sind Teil eines dreijährigen Kapitalplans, der alle neuen Investitionsprojekte erfasst. Die Kapitalzuweisungen gelten für einen Zeitraum von drei Jahren; ungenutzte Mittel verfallen am Ende der dreijährigen Frist.

Haushalte und tatsächliche Ausgaben im Geschäftsjahr 2007

Der Verwaltungshaushalt des IWF für das am 30. April 2007 abgelaufene Geschäftsjahr genehmigte Gesamtausgaben von netto 911,9 Mio. $, einen Höchstbetrag für die Bruttoausgaben von 987,1 Mio. $ und Zuweisungen in Höhe von 48,1 Mio. $ für Investitionsprojekte, die im Geschäftsjahr 2007 beginnen. Das Exekutivdirektorium nahm außerdem die überschlägigen Netto-Verwaltungshaushalte von 929,6 Mio. $ und 952,8 Mio. $ für die Geschäftsjahre 2008 beziehungsweise 2009 sowie den dreijährigen Kapitalplan in Höhe von 141 Mio. $ zur Kenntnis.

Die Entwicklung der mittelfristigen Strategie, die Überprüfung der Beschäftigungsbedingungen, Gehälter und Sozialleistungen des IWF sowie die Verschlechterung der Einkommenslage des IWF haben zu Veränderungen im institutionellen und finanziellen Umfeld der IWF-Geschäftstätigkeit geführt. Die durch das Exekutivdirektorium für die Geschäftsjahre 2007–09 gebilligten Haushalte sehen dementsprechend eine Kürzung im Gesamtbetrag der realen Verwaltungsausgaben vor und sind der Beginn eines Abwärtstrends in den geplanten Kapitalausgaben. Die Nettoausgaben des Geschäftsjahres 2007 blieben real konstant, die für die Geschäftsjahre 2008 und 2009 veranschlagten Verwaltungshaushalte erfordern dagegen reale Kürzungen. Trotz des geplanten realen Rückgangs des Ressourcenrahmens stellt der mittelfristige Haushalt für die Geschäftsjahre 2007–09 die Mittel bereit, die für die wichtigsten Leistungen des IWF erforderlich sind, einschließlich neuer Initiativen, die in der mittelfristigen Strategie vorgesehen sind. Dies wurde ermöglicht durch eine Erhöhung der Effizienz in der internen Verwaltung des IWF und durch Kürzungen bei den Kosten der unterstützenden Dienstleistungen.

Das Ergebnis des Verwaltungshaushalts für das Geschäftsjahr 2007 belief sich auf 897,2 Mio. $ auf Nettobasis und damit auf 14,7 Mio. $ (1,6 Prozent) weniger als im ursprünglichen Budget veranschlagt. Die Einnahmen lagen 0,2 Mio. $ über dem Schätzwert, auf dem der Netto-Verwaltungshaushalt basiert. Die Brutto-Verwaltungsausgaben lagen 14,4 Mio. $ (1,5 Prozent) unter dem Schätzwert von 980,2 Mio. $.

Die tatsächlichen Verwaltungsausgaben lagen etwas unter dem veranschlagten Haushalt, weil die für die Erbringung der IWF-Leistungen erforderlichen Mittel etwas niedriger ausfielen als geplant und weil bei einigen Leistungen das Planziel nicht erreicht wurde: Bei einer kleinen Anzahl von Projekten kam es zu Verzögerungen, sodass die diesbezüglichen Ausgaben dem laufenden Geschäftsjahr zugerechnet werden. Die für die Erbringung der IWF-Leistungen im Geschäftsjahr 2007 zugewiesenen Mittel reflektieren die neuen Prioritäten der mittelfristigen Strategie (Schaubild 5.1). Die neue multilaterale Konsultation und die Ausweitung der Arbeit der Beratungsgruppe für Wechselkursfragen auf eine größere Anzahl von Ländern führten dazu, dass im Geschäftsjahr 2007 ein größerer Teil des Brutto-Verwaltungshaushalts für multilaterale Überwachung eingesetzt wurde als in der Vergangenheit.70 Die Mittel für regionale Überwachung und Finanzsektor-Überwachung (beides Prioritäten der mittelfristigen Strategie) wurden im Vergleich zum Geschäftsjahr 2006 aufgestockt, während die Mittel für die Arbeit an Länderprogrammen und Finanzhilfe reduziert wurden. Der Anteil der Mittel für Kapazitätsaufbau (technische Hilfe und Ausbildung) blieb ungefähr genauso hoch wie in den Vorjahren.

Schaubild 5.1Geschätzte Brutto-Verwaltungsausgaben nach Primärleistung, GJ 2007

Die Lücke zwischen dem Haushalt und dem tatsächlichen Ergebnis war auf verschiedene Faktoren zurückzuführen (Tabelle 5.1). Die Reisekosten unterschritten den Haushalt um etwa vier Prozent (3,8 Mio. $) und die Gebäudekosten und sonstigen Ausgaben unterschritten den Haushalt um fast neun Prozent (15,2 Mio. $), wobei Letzteres darauf zurückzuführen war, dass die Mietkosten niedriger waren und weniger Arbeit nach außen vergeben wurde, als erwartet. Die personalbezogenen Ausgaben überschritten den Haushalt um etwa ein Prozent (7,3 Mio. $).71

Die gesamten Investitionsausgaben des Geschäftsjahres 2007 lagen innerhalb des veranschlagten Haushalts für Projekte, die in den Geschäftsjahren 2005–06 genehmigt wurden. Von den Investitionsausgaben in Höhe von insgesamt 45,6 Mio. $ wurden 16,1 Mio. $ für Gebäudeeinrichtungen, 5,3 Mio. $ für das neue Hauptgebäude des IWF und 24,1 Mio. $ für Informationstechnologie-Projekte ausgegeben.

Der mittelfristige Haushalt für die Geschäftsjahre 2008–10

Der mittelfristige Haushalt für die Geschäftsjahre 2008–10, den das Exekutivdirektorium am 25. April 2007 verabschiedete, sieht eine jährliche Erhöhung von 1,7 Prozent vor, was eine reale Senkung der Verwaltungsausgaben des Fonds für die nächsten drei Jahre bedeutet. Die Exekutivdirektoren kamen überein, dass das neue Einkommensmodell, das sich auf die Empfehlungen des Ausschusses angesehener Persönlichkeiten stützt (siehe „Finanzoperationen und -grundsätze” weiter unten) zwar der wichtigste Faktor für eine nachhaltige Grundlage der IWF-Finanzen ist, wiesen aber auch auf die Bedeutung der Ausgabenkontrolle hin. Um sicherzustellen, dass der IWF auch in Zukunft die Leistungen erbringen kann, die in der mittelfristigen Strategie vorgesehen sind, müssen Mittelaufstockungen zur Befriedigung neuer Bedürfnisse und Prioritäten der Mitgliedsländer durch Einsparmaßnahmen mehr als ausgeglichen werden. Diese Einsparungen sollen erzielt werden durch eine erhöhte Effizienz der bestehenden Tätigkeiten und durch eine Reduzierung oder Abschaffung von Tätigkeiten mit geringerer Priorität.

Für das Geschäftsjahr 2008 verabschiedete das Exekutivdirektorium einen Netto-Verwaltungshaushalt von 922,3 Mio. $ mit einer Obergrenze für die Bruttoausgaben in Höhe von 998,2 Mio. $ und es nahm die überschlägigen Netto-Verwaltungshaushalte für die Geschäftsjahre 2009 und 2010 in Höhe von 938,0 Mio. $ bzw. 959,4 Mio. $ zur Kenntnis.72 Das Direktorium verabschiedete außerdem Zuweisungen in Höhe von 46,6 Mio. $ für Investitionsprojekte und es nahm den mittelfristigen Kapitalplan in einem Gesamtbetrag von 138,0 Mio. $ zur Kenntnis.

In Fortsetzung der Haushaltsreformen, die vor sechs Jahren eingeleitet wurden, wird der IWF im Geschäftsjahr 2008 einen umfassenden mittelfristigen Verwaltungshaushalt vorlegen, der sich auf dreijährige Geschäftspläne der einzelnen Abteilungen und Büros stützt. Der IWF führt außerdem, wie in Kasten 5.4 erläutert wird, Leistungsindikatoren ein um zu beurteilen, inwieweit die einzelnen Abteilungen ihre Geschäftspläne umsetzen. Er ergreift ferner Maß-nahmen, um die Kostenzuteilung zu den einzelnen Leistungen zu verbessern.

Aus den Abteilungsplänen geht hervor, dass die Mittelumverteilung im Rahmen der mittelfristigen Strategie auch im mittelfristigen Haushalt für die Geschäftsjahre 2008–10 fortgesetzt werden muss. Schaubild 5.2 zeigt den Anteil der jeweiligen Leistungen am Gesamthaushalt im Geschäftsjahr 2008.

Schaubild 5.2Geschätzte Brutto-Verwaltungsausgaben nach Primärleistung, GJ 2008

Der Verwaltungshaushalt sieht für das Geschäftsjahr 2008 eine strukturelle Gehaltsanpassung von 3,3 Prozent vor (die Gehaltsstruktur mit Stand vom 1. Mai 2007 findet sich in Tabelle 5.4 auf der CD-ROM). Es wird erwartet, dass die Reisekosten durch Änderungen bei den Dienstreisegrundsätzen und -praktiken in Grenzen gehalten werden. Der Haushalt sieht bei den Gebäudeausgaben und sonstigen Posten einen Rückgang vor, der auf die angestrebten Senkungen in den Kosten für unterstützende Dienstleistungen zurückzuführen ist.

Modernisierung des Risikomanagement-Regelwerks

Während des Geschäftsjahres 2007 legte der Beratungsausschuss für Risikomanagement (Advisory Committee on Risk Management – ACRM), der im Oktober 2006 eingerichtet wurde und von der IWF-Geschäftsführung geleitet wird, den ersten Jahresbericht des IWF über Risikomanagement vor. Er stützte sich dabei auf eine IWF-weite Umfrage über operationelle Risiken. Der Bericht, der zusammen mit anderen Berichten über die strategischen, mandatsrelevanten und finanziellen Risiken des IWF vorgelegt wurde, wurde im März und April 2007 im Exekutivdirektorium geprüft und erörtert. Die Exekutivdirektoren vertraten die Auffassung, dass der Bericht und die ihm zugrunde liegende Arbeit ein wichtiger Schritt in den Bemühungen des IWF sind, verschiedene Aspekte des Risikomanagements zu integrieren und zu stärken. Sie betonten, dass das Exekutivdirektorium die treuhänderische Verantwortung für und die Aufsicht über das Risikomanagement besitzt und dass die IWF-Geschäftsführung für das Tagesgeschäft des IWF-Risikomanagements zuständig ist.

Kasten 5.4Leistungsindikatoren

Der IWF plant die schrittweise Einführung verschiedener Arten von Leistungsindikatoren, einschließlich der folgenden:

  • Quantitätsindikatoren für alle Endergebnisse und Quantitäts- und Qualitätsindikatoren für Unterstützungs- und Verwaltungsführungstätigkeiten zusammen mit Qualitätsindikatoren für ausgewählte End- und Zwischenergebnisse werden im Geschäftsjahr 2008 eingeführt.
  • Indikatoren für die Zeitnähe der Leistungen und sonstige Indikatoren für die Reaktionsfähigkeit des IWF werden über einen längeren Zeitraum eingeführt.
  • Es wird weiter geprüft, ob es möglich ist, ausgewählte Leistungsindikatoren einzuführen – insbesondere Indikatoren für Zwischenergebnisse (sie sind operationell gesehen relevanter als Indikatoren für Endergebnisse) – und ob es erforderlich ist, die Kostenermittlung zu verbessern, um den Einsatz von Kostenindikatoren im Haushaltsverfahren und in den Geschäftsplänen zu erleichtern.

Des Weiteren werden unterstützende Informationstechnologie-Anwendungen eingeführt und es soll ein ständiger Prüfprozess für Leistungsindikatoren eingerichtet werden um sicherzustellen, dass sie für die Strategie und das Geschäftsmodell des IWF relevant bleiben.

Die dem Direktorium vorgelegten Berichte sind eine umfassende Beurteilung der Hauptrisiken, mit denen der IWF konfrontiert ist, sowie der bestehenden Korrekturmaßnahmen. Aus den Berichten geht hervor, dass (1) die strategischen Risiken weitgehend in der mittelfristigen Strategie erfasst werden, dass (2) die mandatsbezogenen Risiken von den Finanzgrundsätzen und der Aufsichts- und Überprüfungsarbeit des Fonds gut erfasst werden (Kasten 5.5), dass (3) die finanziellen Risiken – insbesondere das Einkommensrisiko – von den Anteilseignern angegangen werden und dass (4) die bestehenden Korrekturmaßnahmen gegen die wichtigsten operationellen Risiken (definiert als Risiken mit einer hohen Eintrittswahrscheinlichkeit oder potentiell beträchtlichen Auswirkungen) allgemein angemessen sind.

Kasten 5.5Sicherungsbewertungen

Die Sicherungsbewertungen des IWF verringern das Risiko, dass die den Mitgliedsländern gewährten Kredite missbraucht werden. Die Sicherungsbewertungen sollen dem IWF ausreichende Garantien geben, dass das finanzielle Berichtswesen, die Rechnungsprüfung und die internen Kontrollen der Zentralbanken ausreichen, um ihre Finanzmittel, einschließlich der IWF-Kredite, zu verwalten (siehe CD-Kasten 5.3 auf der CD-ROM). Im Geschäftsjahr 2007 bewertete der Fonds zwölf Zentralbanken der Mitgliedstaaten, wodurch sich die Gesamtzahl der abgeschlossenen Bewertungen mit Stand vom 30. April 2007 auf 136 erhöhte. Die Überprüfung der Sicherungsregelungen in den Zentralbanken wird fortgesetzt, solange die Mitglieder beim IWF ausstehende Kredite haben (53 Zentralbanken Ende April 2007). Die Zentralbanken haben die Ergebnisse der Sicherungsbewertungen im Großen und Ganzen positiv aufgenommen und die Politik der Sicherungsbewertungen hat den Ruf und die Glaubwürdigkeit des IWF als umsichtiger Kreditgeber gestärkt und gleichzeitig die Arbeitsabläufe und Kontrollsysteme der Zentralbanken verbessert.

Trotz der bisher erzielten Fortschritte ist die Entwicklung eines Risikomanagement-Regelwerks ein langwieriger Prozess, der es dem IWF ermöglicht, aus Erfahrungen zu lernen und sich rechtzeitig an die sich ändernden Umstände und neu entstehenden Risiken anzupassen. Eine solche dynamische Vorgehensweise dürfte sicherstellen, dass sich das Regelwerk in Einklang mit den neu entstehenden bestmöglichen internationalen Praktiken entwickelt und gleichzeitig den besonderen Charakter des IWF als kooperative weltweite Institution, die öffentliche Güter bereitstellt, angemessen berücksichtigt.

Straffung der Verfahren

Angesichts des kostenbewussten Umfelds schlägt die mittelfristige Strategie vor, die Geschäftstätigkeit des IWF zu straffen und die Mittelzuteilung auf strategisch wichtige Aspekte zu konzentrieren. Gleichzeitig sollte jedoch die Qualität und Effektivität der Überwachung gestärkt werden. Das Exekutivdirektorium verlängerte im Geschäftsjahr 2007 den Turnus für die meisten IWF-Grundsatzüberprüfungen. Es konsolidierte einige Berichte und stellte die Produktion anderer Berichte vollständig ein. Um die Überwachung zeitnaher zu gestalten, kürzte das Direktorium den Zeitabschnitt zwischen dem Abschluss der Artikel-IV-Delegationsreisen und den Direktoriumsaussprachen. Der IWF führte versuchsweise einige gestraffte Artikel-IV-Konsultationen durch (siehe Kapitel 2) und änderte die Verfahren bei geringfügigen Fällen von Angabe falscher Daten durch die Mitgliedsländer, sodass für den IWF und die Mitglieder weniger Kosten anfallen.73 Der IWF überprüfte außerdem einige Unterstützungs-Dienstleistungen um festzustellen, ob einige Leistungen effizienter und zu niedrigeren Kosten erbracht werden können.

Finanzoperationen und -grundsätze

Ertragslage, Gebühren, Vergütung und Lastenteilung

Wie andere Finanzinstitutionen erzielt der IWF Einkommen durch Zinsen und Gebühren auf seine Kredite und verwendet diese Erträge zur Deckung der Finanzierungskosten, der Verwaltungs ausgaben und zum Aufbau von Risikorücklagen. Das gegenwärtige Regelwerk stützt sich sehr stark auf Erträge aus der Kreditvergabe. In der Zukunft besteht eine Priorität des IWF in der Einführung eines neuen Modells, das stetige, diversifizierte und zuverlässige langfristige Einkommensquellen sichert, die besser auf den breiten Fächer der IWF-Tätigkeiten abgestimmt sind als das gegenwärtige Modell.

Unter dem gegenwärtigen Einkommensmodell wird der Grundgebührensatz (der Zinssatz) für reguläre Ausleihungen zu Beginn des Geschäftsjahres als ein in Basispunkten ausgedrückter Aufschlag auf den SZR-Zinssatz festgelegt (siehe Kasten 3.1). Diese Gebühren sollen die Refinanzierungskosten und die Verwaltungsausgaben abdecken und das für das Geschäftsjahr vereinbarte Nettoeinkommensziel erreichen. Das Direktorium beschloss jedoch im Geschäftsjahr 2007, (1) den Aufschlag auf den Gebührensatz gegenüber dem Geschäftsjahr 2006 unverändert bei 108 Basispunkten über dem SZR-Zinssatz zu lassen und (2) Einstellungen in die Rücklagen vorübergehend auszusetzen.

Seit November 2000 belegt der IWF Kredite mit Aufschlägen, um einer übermäßig hohen Kreditinanspruchnahme im Rahmen der Kredittranchen und unter den Erweiterten Vereinbarungen entgegenzuwirken und um den revolvierenden Charakter der Finanzmittel des IWF zu bewahren. Des Weiteren erhebt der IWF Gebührenaufschläge auf kürzerfristige Kredite im Rahmen der Fazilität zur Stärkung der Währungsreserven. Diese Aufschläge variieren in Abhängigkeit von der Zeitspanne, die die Kredite ausstehen. Das aus den Aufschlägen erzielte Einkommen kann in die Rücklagen des IWF eingestellt oder je nach Beschluss des Exekutivdirektoriums für andere Zwecke benutzt werden.

Darüber hinaus erzielt der IWF Einkommen von Kreditnehmern in Form von Bearbeitungs-, Bereitstellungs- und Sondergebühren. Eine einmalige Bearbeitungsgebühr in Höhe von 0,5 Prozent wird auf jede Kreditauszahlung aus dem Allgemeinen Konto erhoben. Auf Kredite im Rahmen der Bereitschaftskredit- und der Erweiterten Vereinbarungen wird eine erstattungsfähige Bereitstellungsgebühr erhoben. Diese ist zu Beginn jeder Zwölfmonatsperiode der Vereinbarungen auf die Beträge zu entrichten, die in diesem Zeitraum gezogen werden können, einschließlich der im Rahmen der SRF verfügbaren Mittel. Die Gebühr beträgt 0,25 Prozent auf zugesagte Beträge bis zu 100 Prozent der Quote und 0,10 Prozent für Beträge, die darüber liegen. Im Fall der Inanspruchnahme von Krediten wird die Bereitstellungsgebühr proportional zu den gezogenen Beträgen zurückerstattet. Des Weiteren erhebt der IWF Sondergebühren auf überfällige Tilgungszahlungen sowie auf Gebühren, die weniger als sechs Monate überfällig sind.

Der IWF zahlt den Gläubigerländern auf Basis des SZR-Zinssatzes Zinsen (Vergütung) auf ihre vom IWF gehaltenen Reserven (die so genannte Reservetranchen-Position). Der Grundvergütungssatz liegt derzeit bei 100 Prozent des SZR-Zinssatzes (im IWF-Übereinkommen festgelegte Obergrenze). Erlaubt ist jedoch eine niedrigere Festlegung bis auf 80 Prozent des SZR-Zinssatzes (Untergrenze).

Seit 1986 unterliegen Gebühren- und Vergütungssatz einem Lastenteilungs-Mechanismus, der die Kosten überfälliger finanzieller Verpflichtungen zwischen Gläubiger- und Schuldnermitgliedern verteilt. Einkommensverluste, die aus nicht gezahlten Zinsverpflichtungen resultieren, die mindestens sechs Monate überfällig sind, werden durch eine Erhöhung des Gebührensatzes sowie eine Senkung des Vergütungssatzes ausgeglichen. Die so vereinnahmten Beträge werden nach Begleichung der überfälligen Zinsen zurückerstattet. Zusätzlich werden Anpassungen des Grundgebühren- und Vergütungssatzes vorgenommen, um Mittel für ein Sonderkonto für Eventualfälle (Special Contingent Account – SCA-1) zu erzielen. Dieses Sonderkonto wurde speziell zu dem Zweck eingerichtet, den IWF vor Verlustrisiken zu schützen, die aus Zahlungsrückständen resultieren. Mit Wirkung vom 1. November 2006 beschloss das Direktorium, die Beiträge zum SCA-1 auszusetzen. Im Geschäftsjahr 2007 führten die Anpassungen für nicht gezahlte Zinsverpflichtungen und die Zuführung zum SCA-1 insgesamt zu einer Anhebung des Grundgebührensatzes und zu einer Verringerung des Vergütungssatzes um 23 Basispunkte. Die angepassten Durchschnittssätze für Gebühren und Vergütungen beliefen sich im Geschäftsjahr auf 5,28 Prozent bzw. 3,74 Prozent.

Das Einkommen lag im Geschäftsjahr 2007 111 Mio. SZR unter den Ausgaben. Der Fehlbetrag der Nettoeinnahmen ist zum großen Teil auf einen beträchtlichen Rückgang in den ausstehenden Krediten des IWF zurückzuführen, von einem Spitzenwert von 70 Mrd. SZR im September 2003 auf 7,3 Mrd. SZR Ende des Geschäftsjahres 2007. Dieser Rückgang wurde verursacht durch die in den letzten Jahren festzustellende sinkende Nachfrage nach neuen IWF-Krediten sowie vorzeitige Rückzahlungen einiger Mitglieder. Der Einkommensfehlbetrag wird durch die Rücklagen des IWF (einbehaltene Gewinne) ausgeglichen. Ende des Geschäftsjahres 2007 beliefen sich die Rücklagen auf etwa 6 Mrd. SZR. Der IWF hat außerdem einige Maßnahmen ergriffen, um seine Einkommens-position zu stärken. Im April 2006 führte das Direktorium ein Anlagekonto ein, das im Juni 2006 mit 5,9 Mrd. SZR ausgestattet wurde. Diese Maßnahme war der erste Schritt in der Diversifizierung der Einnahmequellen des IWF (Kasten 5.6).

Der IMFC erkannte die Notwendigkeit, besser vorhersehbare und stabilere Einkommensquellen für den IWF zu finden, und rief den Geschäftsführenden Direktor auf, umgehend Vorschläge zu unterbreiten. Im Mai 2006 setzte der Geschäftsführende Direktor den Ausschuss angesehener Persönlichkeiten zur Prüfung einer nachhaltigen langfristigen Finanzierung des IWF ein.74 Der Ausschuss legte der Geschäftsführung und dem Exekutivdirektorium Anfang 2007 seine Empfehlungen vor. Auf seiner Tagung im April 2007 bestätigte der IMFC den Bericht als eine solide Grundlage für die weitere Arbeit an der Entwicklung eines neuen Einkommensmodells für den IWF und rief den Geschäftsführenden Direktor auf, dem Exekutivdirektorium Vorschläge zur Prüfung vorzulegen. Die Arbeit an der Entwicklung des neuen Einkommensmodells ist eine der Prioritäten für das Geschäftsjahr 2008.

Zahlungsrückstände gegenüber dem IWF

Die Zahlungsrückstände gegenüber dem IWF betrugen Ende April 2007 insgesamt 1,88 Mrd. SZR (Tabelle 5.2). Davon entfielen 83 Prozent auf Sudan und Liberia, der Rest entfiel auf Somalia und Simbabwe. Ende April 2007 waren alle Zahlungsrückstände gegenüber dem IWF längerfristiger Natur (mehr als sechs Monate überfällig). Davon betrafen 39 Prozent überfällige Tilgungsverpflichtungen, während überfällige Gebühren und Zinsen den Rest ausmachten. Über vier Fünftel der Zahlungsrückstände bestanden gegenüber dem Allgemeinen Konto, die übrigen gegenüber dem Treuhandfonds der SZR-Abteilung und dem PRGF-ESF-Treuhandfonds. Simbabwe ist das einzige Land mit längerfristigen Zahlungsrückständen gegenüber dem PRGF-ESF-Treuhandfonds.

Im Rahmen der verstärkten kooperativen Strategie des IWF gegen Zahlungsrückstände wurden Gegenmaßnahmen gegen Länder mit längerfristigen Zahlungsrückständen ergriffen. Gegen Ende des Geschäftsjahres blieb der Berechtigungsentzug Liberias, Somalias, Sudans und Simbabwes für Mittel aus dem GRA in Kraft. Simbabwe blieb ausgeschlossen aus der Liste der PRGF-berechtigten Länder und ist Gegenstand einer Erklärung der Kooperationsunwilligkeit. Angesichts der gestärkten Zusammenarbeit Liberias mit dem Fonds beschloss das Exekutivdirektorium am 2. Oktober 2006 einen schrittweisen Abbau der gegen Liberia angewendeten Gegenmaßnahmen und es hob die Erklärung der Kooperations unwilligkeit auf.

Prüfungsverfahren des IWF

Das Prüfungsverfahren des IWF besteht aus einer externen Prüfungsgesellschaft, einer internen Prüfung und einem unabhängigen Externen Rechnungsprüfungsausschuss (External Audit Committee – EAC), der die Arbeit von beiden Gremien beaufsichtigt. Der EAC, der außerdem die Rechnungslegung, das Finanzberichts wesen, die interne Kontrolle und das Risiko-management beaufsichtigt, besteht aus drei Mitgliedern, die vom Exekutivdirektorium ausgewählt und vom Geschäftsführenden Direktor ernannt werden. Die Mitglieder dienen in zeitlicher Staffelung jeweils drei Jahre und sind unabhängig vom IWF. Die Ausschussmitglieder sind zum Zeitpunkt ihrer Ernennung Staatsbürger verschiedener Mitgliedsländer des IWF und müssen die notwendige Fachkenntnis und Qualifikation zur Ausübung der Aufsicht über die jährliche Prüfung besitzen. Die Kandidaten für den EAC kommen normalerweise von internationalen Wirtschaftsprüfungs-Gesellschaften, aus dem öffentlichen Sektor oder von Universitäten.

Der EAC wählt eines seiner Mitglieder zum Vorsitzenden, legt seine Verfahren selbst fest und ist bei der Aufsicht über die jährliche Rechnungsprüfung unabhängig von der Geschäftsführung des IWF. Etwaige Änderungen am Mandat des EAC unterliegen jedoch der Zustimmung des Direktoriums. Der EAC tagt normalerweise Anfang Januar, Ende Juni nach Abschluss der Rechnungsprüfung und im Juli, um dem Direktorium Bericht zu erstatten. Der IWF-Stab und die externen Rechnungsprüfer konsultieren die EAC-Mitglieder das ganze Jahr über.

Die Mitglieder des EAC für 2007 sind Dr. Len Konar (Vorsitzender), Direktoriumsmitglied der Zentralbank von Südafrika, Satoshi Itoh, ehemaliger Professor der Chuo-Universität in Japan, sowie Steve Anderson, Leiter der Abteilung für Risikobewertung und -versicherung der Zentralbank von Neuseeland.

Die externe Prüfungsgesellschaft, die vom Exekutivdirektorium in Absprache mit dem EAC ausgewählt und vom Geschäftsführenden Direktor bestellt wird, ist verantwortlich für die Durchführung der externen Prüfung und die Herausgabe des Prüfungsgutachtens. Nach Abschluss der jährlichen Prüfung leitet der EAC den von der externen Prüfungsgesellschaft erstellten Bericht auf dem Weg über den Geschäftsführenden Direktor und das Exekutivdirektorium an den Gouverneursrat weiter. Im Rahmen dieses Verfahrens unterrichtet der EAC das Exekutivdirektorium über die Ergebnisse der Prüfung. Die externe Prüfungsgesellschaft wird normalerweise für einen Zeitraum von fünf Jahren bestellt. Gegenwärtig ist Deloitte and Touche LLP der externe Prüfer des IWF.

Kasten 5.6Anlagekonto

Das IWF-Übereinkommen ermöglicht die Einführung eines Anlagekontos, mit dessen Einnahmen ein Teil der Betriebskosten gedeckt werden soll. Im Rahmen der Überprüfung der Finanzlage und -struktur des IWF, die im Jahr 2004 begann, sprach sich das IWF-Exekutivdirektorium dafür aus, die Einkommensbasis des IWF angesichts der rückläufigen Nachfrage nach IWF-Krediten – bis zu diesem Zeitpunkt die Haupteinnahmequelle – zu erweitern.

Das Anlagekonto wurde im April 2006 durch einen Direktoriumsbeschluss eingeführt und im Juni 2006 durch einen Währungstransfer aus dem Allgemeinen Konto (GRA) mit einem Betrag von 5,9 Mrd. SZR ausgestattet. Das IWF-Übereinkommen begrenzt den Betrag, der auf das Anlagekonto überwiesen werden kann, auf den Gegenwert der allgemeinen und speziellen Rücklagen des Fonds zum Zeitpunkt, an dem die Überweisung beschlossen wird. Die Überweisung vom Juni 2006 entsprach dem damaligen Gesamtbetrag der IWF-Rücklagen.

Vor der Überweisung der Beträge auf das Anlagekonto waren die Rücklagen Teil der bei den Gläubigermitgliedern aufbewahrten Währungsbeträge. Die Überweisung der Währungsbeträge auf das Anlagekonto hat deshalb zu einer Erhöhung der Reservetranche-Positionen der Gläubigermitglieder geführt. Die Reservetranche-Positionen werden mit dem 3-monatigen SZR-Zinssatz vergütet. Dies entspricht der kalkulatorischen Rendite der IWF-Rücklagen vor der Einführung des Anlagekontos.

Die Rendite des Anlagekontos soll im Laufe der Zeit die Rendite des SZR-Zinssatzes übersteigen. Gleichzeitig soll über einen Zwölfmonatszeitraum die Häufigkeit und das Ausmaß negativer Renditen und unzureichender Erträge auf ein Mindestmaß reduziert werden. Um dieses Ziel zu erreichen, werden im Anlagekonto Wertpapiere mit einer Laufzeit von mehr als drei Monaten gehalten durch Investitionen in zugelassene längerfristige Staatsanleihen und sonstige Rentenwerte. Externe Vermögensverwalter – darunter die Weltbank, die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich und private Vermögensverwalter – sind für den Kauf und Verkauf einzelner Wertpapiere zuständig und stützen sich dabei auf die im Anlagekonto festgelegten Anlagebefugnisse, -leitlinien und -referenzwerte.

Die Anlagepolitik des Anlagekontos stützt sich auf einen Referenzindex für Wertpapiere mit ein- bis dreijähriger Laufzeit. Der historische Trend legt den Schluss nahe, dass die Verlängerung der Anlagelaufzeiten über den dreimonatigen SZR-Zinssatz hinaus im Laufe der Zeit zu zusätzlichen Einnahmen führen wird.

Die interne Prüfung erfolgt durch das Büro für interne Revision und Inspektion (Office of Internal Audit and Inspection – OIA). Das OIA ist zuständig für unabhängige Untersuchungen über die Leistungsfähigkeit der Kontrollmechanismen, der internen Verwaltungsführung und der Risikosteuerung. Zu diesem Zweck führt das OIA jährlich ungefähr 25 Prüfungen und Revisionen durch. Das OIA berichtet an die Geschäftsleitung des IWF und an den EAC, wodurch die Unabhängigkeit des OIA gewahrt bleibt. Zudem wird das Exekutivdirektorium jährlich über das Arbeitsprogramm des OIA und die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfungen und Revisionen informiert.

Die Finanzausweise des IWF für das Geschäftsjahr 2007 finden sich auf der CD-ROM sowie auf der Website des Fonds unter www.imf.org/external/pubs/ft/quart/index.htm. Leser, die eine Druckfassung der Finanzausweise für das Geschäftsjahr 2007 wünschen, können diese im Publikationsdienst des IWF bestellen. Die Adresse lautet: IMF Publication Services, 700 19th Street, N.W., Washington, DC 20431, USA.

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