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Kapitel 4. Kapazitätsaufbau: technische Hilfe und Ausbildung

Author(s):
International Monetary Fund
Published Date:
October 2007
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Die technische Hilfe und Ausbildung, die der IWF auf Antrag der Mitgliedsländer bietet, soll den Mitgliedern helfen, die Verpflichtungen zu erfüllen, die sie mit ihrem Beitritt zum IWF eingehen. Dabei geht es darum, eine Politik zu verfolgen, die finanzielle und makroökonomische Stabilität, nachhaltiges Wirtschaftswachstum und geordnete Wechselkursregelungen fördert, und dem IWF zeitnahe, genaue und qualitativ hochwertige Daten über ihre Volkswirtschaft zuzuleiten. Technische Hilfe und Ausbildung sollen die Mitgliedsländer außerdem in die Lage versetzen, die Empfehlungen umzusetzen, die sich aus den Artikel-IV-Konsultationen des IWF ergeben (siehe Kapitel 2). Das Exekutivdirektorium des IWF, das die technische Hilfe und Ausbildung des Fonds regelmäßig überprüft, legt deshalb zunehmend Wert darauf, dass der Kapazitätsaufbau auf die Überwachungs- und Programmarbeit des IWF zugeschnitten und darin integriert wird.

Der IWF bietet technische Hilfe und Ausbildung vor allem in den Kerngebieten seiner Fachkompetenz. Dazu zählen makroökonomische Politik, Steuer- und Einnahmenverwaltung, Verwaltung der öffentlichen Ausgaben, Geldpolitik, Wechselkurssysteme, Finanzsektorreformen sowie Wirtschafts- und Finanzstatistik. In den letzten Jahren haben die Mitgliedsländer außerdem zunehmend technische Hilfe in anderen Bereichen beantragt: die Überwachung von Offshore-Finanzzentren, die Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung, die Verbesserung der öffentlichen Investitionen, die Steuerung der fiskalischen Risiken von Entwicklungspartnerschaften mit der Wirtschaft und die Annahme internationaler Standards und Kodizes im Statistikwesen sowie in der Finanzwirtschaft und im Haushaltsvollzug. Ein weiterer Punkt ist die Bekämpfung von Schwachstellen, die im Rahmen des von IWF und Weltbank gemeinsam durchgeführten Programms zur Bewertung des Finanzsektors aufgedeckt werden, sowie die Erstellung von Schuldentragfähigkeitsanalysen.

Das Volumen an technischer Hilfe und Ausbildung, das der IWF den Mitgliedsländern direkt bereitstellt, hat sich in den letzten fünf Jahren aufgrund der Ausweitung der regionalen Zentren für technische Hilfe und Ausbildung erhöht. Unter Einschluss der Management- und Verwaltungskosten beträgt die technische Hilfe heute etwa 24 Prozent des Verwaltungshaushalts des IWF. Die Nachfrage nach technischer Hilfe und Ausbildung übersteigt aber trotzdem die Angebotskapazitäten des IWF, insbesondere angesichts der zunehmend angespannten Finanzlage des Fonds. Den Initiativen, die die Kernziele des IWF unterstützen, wird deshalb Priorität eingeräumt.

Die technische Hilfe des IWF wird hauptsächlich durch die Abteilung Geld- und Kapitalmärkte, die Abteilung Fiskalpolitik, die Abteilung Statistik und die Abteilung Recht bereitgestellt. Für die Grundsatzpolitik und Koordinierung der technischen Hilfe ist der Ausschuss für Kapazitätsaufbau zuständig, der dabei durch das Büro für das Management der technischen Hilfe unterstützt wird und andere IWF-Abteilungen zurate zieht. Der Ausschuss für Kapazitätsaufbau hat im Rahmen der mittelfristigen Strategie des IWF den Auftrag sicherzustellen, dass die IWF-Initiativen auf diesem Gebiet den Länderbedürfnissen entsprechen, mit anderen Anbietern koordiniert werden und sich auf angemessene Grundsätze stützen. Das Büro für das Management der technischen Hilfe andererseits ist dafür zuständig, externe Finanzmittel für die Arbeit im Bereich der technischen Hilfe und der Politikunterstützung aufzubringen und zu verwalten. Die Ausbildung erfolgt hauptsächlich im IWF-Institut, wo Seminare, Workshops und sonstige Ausbildungsmaßnahmen, oft in Zusammenarbeit mit anderen IWF-Abteilungen, für Länderbedienstete veranstaltet werden.

Der IWF ist sich der Tatsache bewusst, dass der Kapazitätsaufbau in den Entwicklungsländern von entscheidender Bedeutung ist. Er hat deshalb im Geschäftsjahr 2007 in Gabun ein regionales Zentrum für technische Hilfe eingerichtet, um die Länder Zentralafrikas zu unterstützen. Es handelt sich dabei um das dritte Zentrum dieser Art in Afrika und um das Sechste weltweit (Kasten 4.1). In Indien wurde außerdem das siebte Regionale Ausbildungszentrum gegründet.

Technische Hilfe

Der IWF kann zwar dabei helfen, Handlungsbedarf aufzudecken, die Mitgliedsländer entscheiden jedoch selbst über die Anträge auf technische Hilfe. Der größte Teil der technischen Hilfe wird kostenlos erteilt. Unabhängig davon, ob die technische Hilfe durch Stabsbesuche von der Zentrale, kurzfristige Experteneinsätze, langfristige Berater vor Ort oder regionale Zentren bereitgestellt wird, ist das Empfängerland immer umfassend an der Auswahl, Umsetzung, Überprüfung und Evaluierung der erhaltenen Hilfe beteiligt. Dieser kooperative Ansatz stärkt die Reformbereitschaft der Länder.

Neunzig Prozent der technischen Hilfe des IWF wird an Länder mit niedrigem Einkommen und Länder im unteren Bereich mittlerer Einkommen vergeben (Tabelle 4.1), um ihnen beim Aufbau der Institutionen und Kapazitäten zu helfen, die zur Umsetzung wachstumsfördernder Politikmaßnahmen erforderlich sind. Die Trends der im Geschäftsjahr 2007 erteilten technischen Hilfe werden in Tabelle 4.2. zusammengefasst.

Tabelle 4.1Technische Hilfe nach Ländereinkommensgruppe, GJ 2007(Vor Ort durchgeführte Hilfe in Personenjahren)1
LändereinkommensgruppePersonenjahre

insgesamt
Prozent

der Hilfe

insgesamt
Niedriges Einkommen64,233,4
Unterer Bereich mittleren Einkommens114,859,8
Oberer Bereich mittleren Einkommens28,84,6
Hohes Einkommen24,22,2
Insgesamt192,1100,0

Ein effektives Personenjahr technischer Hilfe beträgt 260 Tage.

Umfasst hauptsächlich regionale Seminare und Workshops, in Ländern im oberen Bereich mittlerer Einkommen und in Ländern mit hohem Einkommen, an denen Bedienstete aus Ländern mit niedrigem Einkommen und im unteren Bereich mittlerer Einkommen teilnehmen.

Ein effektives Personenjahr technischer Hilfe beträgt 260 Tage.

Umfasst hauptsächlich regionale Seminare und Workshops, in Ländern im oberen Bereich mittlerer Einkommen und in Ländern mit hohem Einkommen, an denen Bedienstete aus Ländern mit niedrigem Einkommen und im unteren Bereich mittlerer Einkommen teilnehmen.

Tabelle 4.2Bereitstellung und Quellen der technischen Hilfe, GJ 2005-07

(In effektiven Personenjahren)1

GJ 2005GJ 2006GJ 2007
IWF-Verwaltungshaushalt283,4337,6325,1
Externe Mittel97,187,3113,3
Mittel insgesamt380,6424,9438,4
Regionale Bereitstellung301,4288,4308,3
Afrika86,982,490,4
Asien und Pazifik68,258,562,7
Europa34,537,134,6
Naher Osten und Zentralasien45,161,054,2
Westliche Hemisphäre32,737,548,2
Regional und interregional33,911,918,2
Management und Verwaltung279,2136,5130,1
Hilfe insgesamt380,6424,9438,4
Hilfe insgesamt nach Abteilung380,6424,9438,4
Abteilung Fiskalpolitik99,5100,2116,9
Abteilung Geld- und Kapitalmärkte3127,0125,7117,0
Abteilung Statistik53,154,356,3
IWF-Institut57,076,478,4
Abteilung Recht23,520,026,0
Sonstige Abteilungen420,448,343,8
Quelle: IWF-Abteilung für das Management der technischen Hilfe.

Hinweis: Einige Daten wurden rückwirkend an neue Definitionen angepasst.

Ein effektives Personenjahr an technischer Hilfe umfasst 260 Tage.

Indirekte technische Hilfe, darunter Grundsatzfragen, Management, Evaluierung und sonstige mit technischer Hilfe zusammenhängende Aktivitäten.

In den Geschäftsjahren 2005 und 2006 wurde die technische Hilfe von der Abteilung für Währungs- und Finanzsysteme bereitgestellt. Im Geschäftsjahr 2007 wurde diese Abteilung mit der Abteilung für internationale Kapitalmärkte zur Abteilung für Geld- und Kapitalmärkte zusammengeschlossen.

Enthält die Abteilung Grundsatzpolitik, die Abteilung Technologie und allgemeine Dienste, das Büro für das Management der technischen Hilfe, die Abteilung Finanzen, die Abteilung Personalwesen sowie alle Länderabteilungen.

Quelle: IWF-Abteilung für das Management der technischen Hilfe.

Hinweis: Einige Daten wurden rückwirkend an neue Definitionen angepasst.

Ein effektives Personenjahr an technischer Hilfe umfasst 260 Tage.

Indirekte technische Hilfe, darunter Grundsatzfragen, Management, Evaluierung und sonstige mit technischer Hilfe zusammenhängende Aktivitäten.

In den Geschäftsjahren 2005 und 2006 wurde die technische Hilfe von der Abteilung für Währungs- und Finanzsysteme bereitgestellt. Im Geschäftsjahr 2007 wurde diese Abteilung mit der Abteilung für internationale Kapitalmärkte zur Abteilung für Geld- und Kapitalmärkte zusammengeschlossen.

Enthält die Abteilung Grundsatzpolitik, die Abteilung Technologie und allgemeine Dienste, das Büro für das Management der technischen Hilfe, die Abteilung Finanzen, die Abteilung Personalwesen sowie alle Länderabteilungen.

Kasten 4.1Regionale Zentren für technische Hilfe

Die Regionalen Zentren für technische Hilfe (Regional Technical Assistance Center – RTAC) werden gemeinsam vom IWF, den Empfängerländern sowie bilateralen und multilateralen Gebern getragen. Die finanzielle Unterstützung kommt von Gebern und in vielen Fällen von den Empfängerländern selbst sowie vom IWF. Die Gastregierungen stellen häufig Sachleistungen bereit.

Die RTACs wurden ursprünglich eingerichtet, um kleinen Inselstaaten technische Hilfe zu leisten, da die Hilfe der einzelnen Geber, einschließlich des IWF, nicht ausreichte, um die Anträge dieser Länder zu erfüllen. Das erste RTAC wurde 1993 im Pazifik gegründet und unterstützte 15 Inselstaaten. Da es erfolgreich war, folgten rasch weitere RTACs, und heute gibt es weltweit sechs RTACs.

Das RTAC in der Karibik (CARTAC), das 2003 gegründet wurde, unterstützt 20 Länder. Das AFRITAC für Ostafrika, das 2002 in Daressalam, Tansania, gegründet wurde, und das 2003 in Bamako, Mali, eingerichtete AFRITAC für Westafrika unterstützen zusammen 17 Länder. Das neue AFRITAC für Zentralafrika, das im Geschäftsjahr 2007 in Libreville, Gabun, eröffnet wurde, unterstützt die sechs Länder der Zentralafrikanischen Wirtschafts- und Währungsgemeinschaft (CEMAC) – Äquatorialguinea, Gabun, Kamerun, die Republik Kongo, Tschad und die Zentralafrikanische Republik – sowie Burundi und die Demokratische Republik Kongo. Das RTAC für den Nahen Osten wurde 2004 gegründet und unterstützt zehn Länder und Territorien in dieser Region, wobei sich das Hauptaugenmerk auf technische Hilfe in Bezug auf den wirtschaftlichen Wiederaufbau in der Konfliktfolgezeit richtet.

Die zunehmende Ausrichtung auf die regionalen Dimensionen der technischen Hilfe des IWF steht in Einklang mit der Ausweitung der regionalen Überwachungstätigkeit des IWF, da die Handels- und Finanzintegration – und damit die Möglichkeit von Übertragungswirkungen – zunimmt. Die RTACs erleichtern außerdem die Koordinierung mit anderen Anbietern von technischer Hilfe, fördern den regionalen Erfahrungsaustausch und stärken die Entwicklung von regionalen Expertennetzwerken. Das Exekutivdirektorium kam in seiner Überprüfung der RTACs im Geschäftsjahr 2006 zu dem Schluss, dass sie eine nützliche Ergänzung zum IWF-Programm für technische Hilfe sind und dass ihre Präsenz vor Ort große Vorteile mit sich bringt, insbesondere die Stärkung der Eigenverantwortung der Länder für ihre Technische-Hilfe-Programme sowie eine schnelle und flexible Bereitstellung der technischen Hilfe.

Das Volumen der durch die RTACs bereitgestellten technischen Hilfe ist in Personenjahren gemessen seit dem Geschäftsjahr 2002 in jedem Jahr gestiegen, und zwar sowohl in absoluten Zahlen als auch im Verhältnis zur gesamten technischen Hilfe des IWF (siehe CD-Tabelle 4.1 auf der CD-ROM). Seit der Einrichtung der AFRITACs für Ost- und Westafrika ist das jährliche Gesamtvolumen an technischer Hilfe und Ausbildung, das der IWF für Afrika südlich der Sahara bereitstellt, um fast 30 Prozent gestiegen.

Das Personal der RTACs besteht aus Expertenteams vor Ort, die durch kurzfristig eingesetzte Spezialisten ergänzt werden. Sie bieten Hilfe beim Kapazitätsaufbau durch Beratungsdienste und Ausbildung in den Kernbereichen der IWF-Expertise, einschließlich Schuldenmanagement, Finanzsektorpolitik, Einnahmenverwaltung, öffentliche Finanzwirtschaft sowie makroökonomische Statistik. Die Lenkungsausschüsse, die die RTACs leiten, bestimmen die strategische Richtung der Zentren und überprüfen die laufenden Arbeitspläne. Dabei fördern sie das Bekenntnis der Länder zu den Zentren sowie die durch die Zentren bereitgestellte technische Hilfe. Das CARTAC ist ein Projekt des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen, in dem der IWF einer der Träger ist, die anderen Zentren sind Teil der IWF-Geschäftstätigkeit, für die der IWF Finanzmittel von Gebern mobilisiert.

Nähere Einzelheiten über die Länder, die durch die RTACs unterstützt werden, sowie über die Geber für die einzelnen RTACs und die Expertisebereiche der Vor-Ort-Berater finden sich auf der CD-ROM in CD-Tabelle 4.2.

Die direkte Finanzierung der technischen Hilfe, der Aufsicht sowie der administrativen und sonstigen Kosten erfolgt durch den Verwaltungshaushalt des Fonds. Bilaterale und multilaterale Geber leisten ebenfalls großzügige Finanzhilfe, die etwa 26 Prozent der direkten Kosten abdeckt. Diese Zusammenarbeit mit externen Gebern erhöht die Wirkung der internen für technische Hilfe bereitgestellten Mittel und vermeidet Doppelarbeit.

Im Geschäftsjahr 2006 bestätigte das Direktorium die Vorschläge der Arbeitsgruppe für technische Hilfe zu der Frage, wie die Empfehlungen des im Geschäftsjahr 2005 vorgelegten Berichts des Unabhängigen Evaluierungsbüros über die technische Hilfe des IWF am besten umgesetzt werden können.54 Im Anschluss daran entwickelte der IWF eine mittelfristige Strategie, die den Bedarf der Länder an technischer Hilfe sowie die dafür bereitgestellten Mittel nach ihren Prioritäten in das Haushaltsverfahren des IWF integriert. Außerdem nimmt die IWF-Strategie zur technischen Hilfe zunehmend eine regionale Perspektive ein, die die Synergien und Vorteile nutzt, die ein regionaler Ansatz für die technische Hilfe mit sich bringt. Mithilfe der regionalen Strategien kann der IWF auch Prioritäten setzen und flexibel auf Bedarfsänderungen und neue Umstände reagieren, indem er Mittel von einem Land in ein Nachbarland verlagert.

Der IWF wird der Forderung des Exekutivdirektoriums entsprechen und im kommenden Jahr weitere Verbesserungen an seinem Technische-Hilfe-Programm anbringen, unter anderem durch eine weitere Stärkung der Überprüfung und Evaluierung der technischen Hilfe, um ihre Effektivität und Effizienz sicherzustellen (CD-Tabelle 4.3). Andere vom Direktorium hervorgehobene Aspekte in Bezug auf das Management und die Verwaltungsführung der technischen Hilfe werden ebenfalls geprüft. Dazu gehören die Verbesserung der Kostenrechnung bei den einzelnen Tätigkeiten der technischen Hilfe, die Stärkung der Beziehungen mit den Gebern für das Technische-Hilfe-Programm des IWF (Tabelle 4.3) sowie die Mobilisierung von Hilfe durch neue Geber.

Tabelle 4.3Geber für die Technische-Hilfe-Programme des IWF
Hilfegeber
Einzelbeiträge von Hilfegebern1Australien, Belgien, Dänemark, Frankreich, Italien, Japan, Kanada, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Schweden, Schweiz, Spanien, Vereinigtes Königreich
Zusammenschluss von Hilfegebern
Regionale Zentren für technische Hilfe in Afrika (Ost- und Westafrika)Afrikanische Entwicklungsbank, China, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Italien, Japan, Kanada, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Russland, Schweden, Schweiz, Vereinigtes Königreich
Regionales Zentrum für technische Hilfe in der KaribikIrland, Kanada, Vereinigte Staaten, Vereinigtes Königreich, Europäische Union, Interamerikanische Entwicklungsbank, UNDP, Weltbank
Regionales Zentrum für technische Hilfe in ZentralafrikaAfrikanische Entwicklungsbank, Äquatorialguinea, Burundi, Deutschland, Frankreich, Gabun, Kamerun, Demokratische Republik Kongo, Republik Kongo, Tschad, Zentralafrikanische Republik
Initiative zur Reform und Stärkung des FinanzsektorsKanada, Niederlande, Schweiz, Vereinigtes Königreich, Weltbank
Technische Hilfe für IrakAustralien, Indien, Italien, Kanada, Schweden, Vereinigtes Königreich
Zentrum für technische Hilfe im Nahen OstenÄgypten, Europäische Investitionsbank, Europäische Union, Frankreich, Japan, Jemen, Jordanien, Katar, Kuwait, Libanon, Libyen, Oman, Saudi-Arabien, Sudan, Syrien, Vereinigte Arabische Emirate
Pazifisches Zentrum für technische Hilfe im FinanzbereichAsiatische Entwicklungsbank, Australien, Japan, Korea, Neuseeland

Einige Hilfegeber leisten technische Hilfe als Einzelbeiträge und im Rahmen von Zusammenschlüssen mehrerer Geber.

Einige Hilfegeber leisten technische Hilfe als Einzelbeiträge und im Rahmen von Zusammenschlüssen mehrerer Geber.

Die IWF-Abteilung für Geld- und Kapitalmärkte (MCM) leistet technische Hilfe für die Durchführung der Geld-und Devisenpolitik und für andere Aspekte des Zentralbankwesens, für die Finanzsektoraufsicht und -regulierung, für die Entwicklung der Kapitalmärkte und anderer Finanzmärkte sowie für das staatliche Aktiv-Passiv-Management. Die Hilfe umfasst normalerweise eine Beratung der Zentralbanken und der Finanzaufsichtsbehörden, um die Institutionen und Politikmaßnahmen zu verbessern und sicherzustellen, dass sie mit internationalen Standards und Verhaltenskodizes übereinstimmen. Diese Hilfe wird normalerweise durch Stabsmitarbeiter in der IWF-Zentrale und kurzfristig eingesetzte Experten bereitgestellt, die in vielen Fällen durch Hilfe von Geldgebern finanziert werden. Die Beratungsleistungen der Abteilung MCM erfolgen auch durch langfristig eingesetzte Experten, die in den regionalen Zentren des IWF für technische Hilfe tätig sind, und können die Form von regionalen Seminaren und praktischen Workshops annehmen. Beispiele für die technische Hilfe, die die Abteilung MCM im Geschäftsjahr 2007 bereitgestellt hat, sind die Unterstützung von Nigerias Finanzsektor-Reformprogramm und Hilfe an die Zentralbank der Philippinen zur Aufdeckung von Risiken, die sich aus komplexen inländischen Mischkonzernen ergeben. Der IWF stützte sich dabei auf die für die beiden Länder durchgeführten Programme zur Bewertung des Finanzsektors. Die Hilfe erfasste außerdem Beratertätigkeit für Costa Rica, die Dominikanische Republik, El Salvador, Guatemala, Honduras, Nicaragua und Panama zur Verbesserung des staatlichen Schuldenmanagements und zur Durchführung einer Studie über die zentralamerikanischen Märkte für privates Beteiligungskapital, Anleihekapital und durch Aktiva gedeckte Wertpapiere.55

Die Abteilung Fiskalpolitik bietet einen breiten Fächer von technischer Hilfe und Ausbildung, um den Ländern zu helfen, ihre Fiskalpolitik und das öffentliche Finanzwesen zu verbessern, die Umsetzungskapazität zu stärken und die IWF-Überwachung zu unterstützen. Im Geschäftsjahr 2007 leistete die Abteilung Fiskalpolitik zum Beispiel Beratungsdienste zur Modernisierung der Steuer- und Zollverwaltung in China, Mexiko und der Türkei, sie beriet die zentralamerikanischen Länder im Hinblick auf eine Verbesserung der Koordinierung ihrer Steuerpolitik und -verwaltung sowie die Entwicklung des Rechtsrahmens für eine regionale Zollunion, sie unterstützte eine Reihe von Ländern in der Konfliktfolgezeit, darunter Afghanistan, Libanon, Liberia und Sudan, beim Wiederaufbau ihrer Einnahmenverwaltung, sie veranstaltete in Zusammenarbeit mit dem AFRITAC für Ostafrika und dem Privatsektor ein Seminar über die Verbesserung der Dienstleistungen für Steuerzahler und Appelle zur Verbesserung der Steuermoral, sie überprüfte die Steuerpolitik in mehreren Ländern, darunter das jüngste IWF-Mitglied Montenegro, sie bewältigte eine beträchtliche Steigerung in der Nachfrage nach Beratung hinsichtlich der Besteuerung der Einnahmen aus der Rohstoffwirtschaft in einer Reihe von rohstoffreichen Ländern in Afrika, Asien und Südamerika und sie lieferte Beratungsdienste in den Bereichen öffentliche Finanzwirtschaft, Rentenreform, fiskalpolitische Verantwortung sowie Rationalisierung der Ausgaben. Die Abteilung Fiskalpolitik veranstaltet und besucht Konferenzen, Seminare und Workshops, die auf bestimmte Länder abzielen, und arbeitet dabei mit anderen Institutionen zusammen. So fand zum Beispiel im März 2007 in Budapest eine große Informationsveranstaltung für europäische Länder zu der Frage statt, wie die öffentlichen Investitionen verbessert werden können und wie die Risiken, die sich aus Entwicklungspartnerschaften mit der Wirtschaft ergeben, am besten zu bewältigen sind.

Das Technische-Hilfe-Programm der Abteilung Statistik fördert international akzeptierte Datenstandards, wobei der Schwerpunkt auf regionale Projekte und die Zusammenarbeit mit anderen Gebern und Anbietern gelegt wird. Im Geschäftsjahr 2007 leistete die Abteilung Statistik technische Hilfe und Ausbildung für einen breiten Fächer von Mitgliedsländern, um das Statistikwesen in diesen Ländern nachhaltig zu verbessern. Die Statistikarbeit der RTACs ist inzwischen vollständig in das Kapazitätsaufbau-Programm der Abteilung Statistik integriert worden. Die Abteilung Statistik führte deshalb im Laufe des Jahres 431 Delegationsreisen für technische Hilfe durch, 157 davon in afrikanische Länder. Die Abteilung veranstaltete außerdem in Zusammenarbeit mit anderen Organisationen im IWF-Institut und in den regionalen Ausbildungszentren des IWF 42 Ausbildungskurse über makroökonomische Statistik.

Die Rechtsabteilung des IWF unterhielt im Laufe des Jahres ein aktives Technische-Hilfe-Programm, um den Mitgliedsländern bei der Stärkung ihrer Rechtsrahmen zu helfen. Dabei ging es insbesondere um das Finanzsystem, die Steuer- und Haushaltsverwaltung sowie die Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung (AML/CFT). Die Nachfrage der Mitgliedsländer nach Beratung blieb in den zentralen Rechtsgebieten (Bankwesen, Zentralbankwesen und Steuern) zwar hoch, es entstanden jedoch auch neue Schwerpunkte wie Versicherungswesen, Einlagenversicherung, bankähnliche Finanzinstitute sowie islamisches Bankwesen. Durch die Konsolidierung der AML/CFT-Tätigkeiten in der Rechtsabteilung wurde diese Abteilung der größte multilaterale Anbieter von technischer Hilfe im Bereich AML/CFT. Die Unterstützung in diesem Bereich umfasst Politikberatung, Rechtsetzung sowie Anleitungen für den Aufbau und die Stärkung von Zentralstellen für Verdachtsanzeigen (Financial Intelligence Unit – FIU) und anderen Institutionen und Aufsichtsmechanismen. Außerdem wurden Ausbildungsmaßnahmen durchgeführt für Bedienstete von FIUs, Finanzaufsichtsbehörden, Finanz- und Justizministerien sowie FATF-ähnlichen regionalen Gremien, um ihre Fähigkeiten zu verbessern, hochrangige gegenseitige Beurteilungen vorzunehmen. (Siehe Kapitel 2 für weitere Informationen zum AML/CFT-Bereich.)

Ausbildungsangebot des IWF-Instituts

Das IWF-Institut bildet in Zusammenarbeit mit anderen IWF-Abteilungen Bedienstete aus den Mitgliedsländern in vier Kernbereichen aus: makroökonomische Steuerung, Finanzsektorpolitik, Erstellung der öffentlichen Haushalte sowie Zahlungsbilanz. Thema der Ausbildung ist dabei auch, wie das Statistikwesen sowie der Rechts- und Verwaltungsrahmen in diesen Bereichen verbessert werden kann. Mehr als drei Viertel der Ausbildungsmaßnahmen fließen in einkommensschwache Länder und Länder im unteren Bereich mittlerer Einkommen. Die Programme des Instituts machen etwa drei Viertel der Ausbildungsmaßnahmen aus, die der IWF für Staatsbedienstete anbietet, einschließlich der Ausbildung, die in den regionalen Zentren für technische Hilfe durchgeführt wird.

Das IWF-Institut bot im Geschäftsjahr 2007 288 Kurswochen an und führte mehr als 9 400 Teilnehmerwochen an Ausbildung durch (CD-Tabelle 4.4 auf der CD-ROM). Die Zahl der Kurswochen stieg gegenüber dem Vorjahr um etwa ein Prozent, während die Zahl der Teilnehmerwochen leicht zurückging. Dies ist auf die normale jährliche Schwankung in der durchschnittlichen Klassengröße zurückzuführen.

Im Geschäftsjahr 2007 wurde das Gemeinsame Ausbildungsprogramm von Indien und IWF (Joint India-IMF Training Program – ITP) eröffnet, das Siebte im Netzwerk der regionalen Ausbildungszentren des IWF-Instituts (CD-Tabelle 4.5 auf der CD-ROM). Das ITP konzentriert sich hauptsächlich auf die Ausbildung von indischen Staatsbediensteten, lässt jedoch auch Bedienstete von anderen Ländern in Südasien und Ostafrika zu.

Ein beträchtliches Maß an Kofinanzierung von lokalen Trägern und anderen Gebern hat zu einer Ausweitung der regionalen Ausbildungszentren geführt und in den letzten zehn Jahren eine 50-prozentige Erhöhung der Ausbildungstätigkeit des IWF-Instituts ermöglicht. Der Anteil der regionalen Ausbildungszentren am Ausbildungsprogramm des IWF-Instituts liegt inzwischen bei 50 Prozent. Die Ausbildung in diesen Zentren hat noch weitere Vorteile: Die Kurse können besser auf die regionalen Bedürfnisse zugeschnitten werden und fördern die Zusammenarbeit innerhalb der Regionen.

Die Ausbildung in der IWF-Zentrale spielt nach wie vor eine wichtige Rolle und machte im Geschäftsjahr 2007 etwa ein Drittel der Teilnehmerwochen aus. Das Programm der Zentrale konzentriert sich hauptsächlich auf längere Kurse, die sich aufgrund der erforderlichen IWF-Mitarbeiter weniger für regionale Zentren eignen, es enthält jedoch auch einige kürzere Kurse, die das IWF-Institut nur schwer in den einzelnen regionalen Ausbildungszentren anbieten kann. Die übrigen Ausbildungsmaßnahmen fanden in Übersee außerhalb des regionalen Netzwerks statt, zum großen Teil im Rahmen der laufenden Zusammenarbeit zwischen dem IWF-Institut und regionalen Institutionen sowie durch Fernunterricht.

Die angespannte Haushaltslage des IWF macht es immer schwerer, den Ausbildungsbedarf der Mitgliedsländer zu decken und den Lehrplan auf dem neuesten Stand zu halten. Das IWF-Institut hat darauf mit einer Erhöhung der Arbeitsbelastung und einer Senkung der Kosten reagiert, und Kofinanzierung durch Ausbildungspartner und andere Geber spielt ebenfalls eine immer größere Rolle.

Das Ausbildungsprogramm des IWF-Instituts wird regelmäßig überprüft, um sicherzustellen, dass es den sich weiterentwickelnden Anforderungen der Mitgliedsländer entspricht und neue IWF-Initiativen unterstützt.

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